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„Das Lächeln der Tiefseefische”: Diese deutsche Kinojugend

Von ALEXANDRA WACH, 07.07.05, 07:28h

Der Film zeichnet sich durch eine erstaunliche Schärfe in der Beobachtung sozial-ökonomischer Konfliktherde aus, ohne dabei im allzu tiefen Pessimismus zu verfallen.

Reifeprüfung in Zeiten von Hartz IV: Endemanns „Das Lächeln der Tiefseefische“.

Wenn man dem deutschen Kino abseits der großen Spektakel ins Gesicht schaut, starren immer häufiger verlorene junge Menschen zurück, die so damit beschäftigt sind, in der um sie herum aus den Fugen geratenden neudeutschen Problemgesellschaft zu überleben, dass sie dabei ganz vergessen, in die allzu kurze Zeit ihrer Jugend einzutauchen.

Malte geht es da nicht anders. Fast hätte er vor auter Hartz-IV-Tristesse die flirtenden Blicke der schönen Annika nicht bemerkt. Die Freuden des Sommers ignoriert er ohnehin mit verstockter Konsequenz. Das Einzige was den Schulabbrecher bewegt, ist seine Spraykunst und die Hoffnung, dass nach dem achtzehnten Geburtstag alles anders wird.

Jacob Matschenz spielt diesen um Selbsterhaltung bemühten Malte mit einer gehörigen Portion Wut und zugleich zurückgenommener Intensität, die ihm beim diesjährigen Max-Ophüls-Festival den Preis als bester Hauptdarsteller eingebracht haben. Für den 1976 geborenen Regisseur Till Endemann, Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg, ist es bereits der zweite Spielfilm.

Ein fernes Echo durchzieht diese handwerklich makellose Arbeit, eine Erinnerung an Hans-Christian Schmids Episodenfilm „Lichter“, der einen ungeschönten Blick auf die Schicksale hinter den Fluchtbewegungen an der deutsch-polnischen Grenze warf. „Das Lächeln der Tiefseefische“ zeichnet sich durch eine ähnliche Schärfe in der Beobachtung sozial-ökonomischer Konfliktherde aus, ohne dabei im allzu tiefen Pessimismus zu verfallen. In der letzten Einstellung strahlt der Himmel hell-blau über Ahlbeck, so als möchte er Malte einen Weg aus dem Dunkel seiner Seele weisen. Den wird er aber auch so finden. Vielleicht.



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