Erstellt 11.07.05, 13:10h
Immer mehr Menschen litten wegen des Drogenkonsums unter ernsthaften Störungen. Caspers-Merk betonte, dass ein starker Cannabiskonsum zu psychotischen Symptomen und Langzeitschäden des Gehirns wie Merk- oder Konzentrationsmängeln führen könne.
In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen habe die Verbreitung von Cannabis in den zehn Jahren seit 1992 auf das 2,7fache zugenommen. Nach einer Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von 2004 hatte ein Drittel aller 12- bis 25-jährigen in Deutschland Erfahrungen mit illegalen Drogen, vor allem mit Marihuana und Haschisch, 1979 waren es noch 16 Prozent.
Deutschland und Frankreich sind sich einig, dass die Verharmlosung der so genannten "weichen Droge" den Erstkonsum fördert. Der Drogenbeauftragte der französischen Regierung, Didier Jayle, sagte in Straßburg: "Cannabis wird weitläufig als cooles und geselliges Bio-Produkt betrachtet, das nicht abhängig macht. Wir müssen gegen dieses positive Image ankämpfen."
Auf der zweiten deutsch-französischen Tagung wollen beide Länder ihre Erfahrungen austauschen, die sie seit ihrem ersten Treffen vor einem Jahr in Freiburg gesammelt haben. Während in Deutschland vor allem auf Beratung, Therapie und Hilfen im Internet gesetzt wurde, startete Frankreich eine landesweite Kampagne in den Medien. "Wir wollen damit das Tabu brechen", sagte Jayle.
Caspers-Merk rief die Bundesländer dazu auf, das Rauchen an den Schulen generell zu verbieten, um so die Nikotinsucht zu senken. Dadurch könne auch der Haschisch-Missbrauch reduziert werden, weil nur sehr wenige Nichtraucher zum Joint griffen. Umgekehrt sei nahezu jeder Kiffer auch ein Raucher. (dpa)
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