Von BRITTA HAVLICEK, 25.07.05, 07:12h
Frechen - Ein schwarzer Jeep rast aus dem dichten Waldweg heraus, begleitet von einer dichten Staubwolke. Mit hohem Tempo flitzt der Wagen durch das Gelände der Frechener Quarzwerke über eine Lichtung auf eine Grillhütte zu. Holzlatten krachen, Splitter fliegen durch die Luft, als das Auto durch die Hütte bricht. Wasser spritzt in alle Richtungen, als es mit der Front in den See hinter der Hütte stürzt. Nur Bruchteile von Sekunden dauert es, bis sich die Fahrerin aus dem geöffneten Fenster geschlängelt hat und an die Wasseroberfläche stößt. Von ihrem Jeep ist nur noch das Dach zu sehen. Und während das Auto gänzlich untergeht, schwimmt die Fahrerin zum Seeufer - in aller Seelenruhe.
Brigitte Waadt steigt behände aus dem Wasser. Ihre Kleider sind triefend nass, sie lacht. Denn: Was fast zehn Sekunden lang aussah wie ein schreckliches Unglück in einem abgelegenen Waldstück, an einem einsamen See, ist ein Teil der Dreharbeiten für die RTL-Serie „Alarm für Cobra 11 - die Autobahnpolizei“. Schon klettern Mitarbeiter der Hürther Film- und Stuntfirma „action concept“ aus dem Dickicht und empfangen ihre Stuntfrau mit anerkennendem Applaus.
Die Grillhütte hatten die Mitarbeiter vor dem Dreh selber aufgebaut. Innen wurde eine Rampe gebastelt, damit das Auto abhebt. Die Holzplanken des Daches mussten sie ansägen, um die Hütte spektakulär zum Einsturz zu bringen. Allein bei dieser Stuntszene sind acht Kameras im Einsatz: im Auto, in der Grillhütte, auf einer mit Ästen kaschierten Miniinsel auf dem Wasser, ein Kamerateam sitzt im Boot, weitere Kameramänner haben sich in den Büschen postiert. Am Ende können so verschiedene Perspektiven des Stunts zusammengeschnitten werden. Den ganzen Tag lang sind die Quarzwerke in Frechen Kulisse für eine Actionszene der Serie. Sie wird am Ende maximal eine Minute im Film ausmachen. Nicht nur der Stunt, auch eine rasante Verfolgungsjagd durch das Gelände wird festgehalten: Die Hauptdarsteller Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Tom Kranich (René Steinke) sind einer Frau in einem gestohlenen Geländewagen auf den Fersen. Sie verfolgen die Verdächtige bis in einen Wald, wo sie letztendlich durch die Hütte in den See rast.
Für die Jagd lenken Stuntmänner den Wagen der beiden Polizisten durch den rekultivierten Wald der Quarzwerke. Es muss zügig gehen, denn Regen ist angesagt, „und dann wird es hier richtig matschig“, sagt Set-Aufnahmeleiter Torben de Vries. „Am Ende müssen wir noch mit den Originalschauspielern den ganzen Parcours abfahren, damit wir während der Verfolgung auch mal ihre Gesichter zeigen können.“
Auch an dem See kommen sie zum Einsatz, denn laut Drehbuch sollen sie nur wenige Sekunden später am Unfallort sein, um die Frau zu bergen. Ob die Verdächtige den Crash durch die Grillhütte in das Wasser überlebt hat oder nicht, soll hier aber noch nicht verraten werden. Die Folge 145 von „Alarm für Cobra 11“ mit dem Titel „Volles Risiko“ wird in etwa zehn Monaten gesendet.
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