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Empörung über Stoibers Ost-Kritik

Erstellt 10.08.05, 20:43h

Edmund Stoiber hatte in der vergangenen Woche am Rande einer Wahlkampfwanderung gesagt: "Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen."

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Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber.
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Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber.
Berlin - Mit CSU-Chef Edmund Stoiber steht erneut ein Unionspolitiker nach einer Bemerkung über Ostdeutschland in der Kritik. Stoiber hatte am Donnerstag vergangener Woche am Rande einer Wahlkampfwanderung in Baden-Württemberg gesagt: "Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen." Führende ostdeutsche Sozialdemokraten verlangten nun in der "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstag) eine Entschuldigung für diese "Ungeheuerlichkeit".

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) sagte der Zeitung: "Herr Stoiber war noch nie ein Freund des Ostens." Er habe offenbar "ein Problem mit dem freien Wahlrecht für Ostdeutsche". Thüringens SPD-Landes- und Fraktionschef Christoph Matschie sagte: "Anscheinend würde uns Stoiber am liebsten das Wahlrecht entziehen." Matschie kritisierte "die unglaubliche Arroganz, die offensichtlich eine ganze Reihe führender Unionspolitiker gegenüber uns Ostdeutschen haben". Er erwarte "umgehend eine Entschuldigung von Stoiber für diese Ungeheuerlichkeit".

Zuvor war Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) wegen einer Bemerkung über Ostdeutschland auch parteiintern heftig kritisiert worden. Nach dem Fund von neun Säuglingsleichen, deren Tötung oder die Schwangerschaft der Mutter weder Familienangehörige noch Nachbarn bemerkt haben wollen, hatte Schönbohm das SED-Regime und die "erzwungene Proletarisierung" zu DDR-Zeiten als eine Hauptursache für Werteverlust und Gewaltbereitschaft in Ostdeutschland genannt. Anschließend hagelte es Kritik und Rücktrittsforderungen gegen Schönbohm. (dpa)



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