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Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal

Von SUSANNE HENGESBACH, 20.08.05, 08:15h

Kirchenkritiker Hubertus Mynarek hat sich bei einer Podiumsdiskussion gegen eine „Verunglimpfung als Nazi-Esoteriker“ gewehrt. Vor allem wetterte er jedoch gegegen den Papst, den er als "Großinquisitor" bezeichnete.

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Kirchenkritiker Hubertus Mynarek (l.) mit Ralf Speis, Sprecher der "Initiative Mahnmal für Millionen Opfer der Kirche" sowie dem ehemaligen Pfarrer Dieter Potzel.
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Kirchenkritiker Hubertus Mynarek (l.) mit Ralf Speis, Sprecher der "Initiative Mahnmal für Millionen Opfer der Kirche" sowie dem ehemaligen Pfarrer Dieter Potzel.
Kirchenkritiker Hubertus Mynarek hat sich bei einer Podiumsdiskussion gegen eine „Verunglimpfung als Nazi-Esoteriker“ gewehrt.

„Ist die halbe Welt verrückt geworden?“, fragte der Religionswissenschaftler und ehemalige Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien zu Beginn seiner Ausführungen im Ehrenfelder Theaterhaus. „Da kommt der Großinquisitor nach Köln und die Politiker liegen auf dem Bauch!“ Da würde „der Diktator einer faschistoiden Institution“ hofiert, während „gradlinige Demokraten“ verunglimpft und eine Veranstaltung wie die seine „unter dem Druck des Pöbels abgesagt“ werden müsse.

Mynarek reagierte damit auf die Vorwürfe von Kölner Antifa-Leuten, die im Internet gegen seinen Auftritt protestiert und „kein Podium für Antisemiten“ gefordert hatten. Der Kirchenkritiker aus dem pfälzischen Odenheim war zunächst von der Giordano-Bruno-Stiftung als Redner für die „Religionsfreie Zone“ eingeladen, später jedoch aufgrund massiver Vorbehalte einiger Mitglieder des „Heidenspaß“-Komitees wieder ausgeladen worden. Daraufhin hatte die Initiative „Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche“, die auch Organisatorin der Plakataktion „Spart Euch die Kirche“ ist, eine Podiumsdiskussion organisiert. Etwa ein halbes Dutzend Ordnungskräfte eines privat angeheuerten Sicherheitsdienstes überwachte den Einlass.

Mit Genugtuung korrigierte der Sprecher der Initiative, Ralf Speis, die „tatsächliche Zahl“ der Pilger und behauptete, statt der angekündigten Million seien „nur 100 000“ gekommen, was von den rund 150 Zuhörern ebenso mit Beifall bedacht wurde, wie die meisten Sätze Mynareks, die sich gegen den „Faschingsprinz in langen Weiberklamotten“ richteten und gegen eine Kirche, die ihr eigenes Überleben nur durch „Anpassung, Korruption und Bestechung der Mächtigen“ geschafft hätte. Speis ist nach Einschätzung der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen - ebenso wie die Initiative selbst und wie der dritte Mann auf dem Podium, der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter Potzel, - der religiösen Gruppierung „Universelles Leben“ (UL) zuzuordnen.



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