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Vogelgrippe möglicherweise schon in Europa

Erstellt 17.08.05, 17:15h

Die Bundesregierung hat wegen der näher rückenden Vogelgrippe die Vorsorgemaßnahmen verschärft. Der Bundesgrenzschutz soll Menschen die Einreise nach Deutschland verweigern, falls ein Verdacht besteht, dass sie den Erreger einschleppen könnten.

Vogelgrippe
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In Russland ist die Vogelgrippe ausgebrochen.
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In Russland ist die Vogelgrippe ausgebrochen.
Berlin - Die Bundesregierung hat wegen der näher rückenden Vogelgrippe die Vorsorgemaßnahmen verschärft. Der Bundesgrenzschutz soll Menschen die Einreise nach Deutschland verweigern, falls ein Verdacht besteht, dass sie das Vogelgrippevirus H5N1 einschleppen könnten. Damit solle sichergestellt werden, dass "weder Tiere noch Menschen als Infektionsträger nach Deutschland einreisen", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Rainer Lingenthal, am Mittwoch in Berlin. "Man kann auch eine Gefährdung für Menschen nicht ausschließen." Innenminister Otto Schily (SPD) habe sich besorgt gezeigt. Forscher gehen davon aus, dass das größte Risiko der Ausbreitung in illegalen Tiertransporten steckt.

Eine Sprecherin des Verbraucherministeriums sagte, die Behörden prüften derzeit die Ursache für ein Massensterben von Vögeln auf der europäischen Uralseite. Das Verbraucherministerium schätzte die Situation als "sehr bedrohlich" ein. An diesem Donnerstag will eine Expertengruppe in Bonn über die weiteren Maßnahmen beraten. An dem Treffen nehmen Wissenschaftler, Vertreter des Zolls, der Geflügelwirtschaft, des Bauernverbands und des Gesundheitsministeriums teil. Ministerin Renate Künast (Grüne) gibt die Ergebnisse am Freitag in Berlin bekannt. Der Erreger H5N1 hatte sich zuvor von Südostasien auf Russland ausgeweitet.

Das Verbraucherministerium gab ein Informationsblatt heraus, das beim Zoll und den Botschaften betroffener Länder ausliegt. Darin wird vor der Tierseuchengefahr in asiatischen Ländern gewarnt. Die auch als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe könne die Gesundheit von Menschen und Tieren ernsthaft gefährden. Der Erreger wird von infizierten Tieren, aber auch über Eier, Geflügelfleisch oder durch Kleidung übertragen. Auch das Auswärtige Amt kündigte Informationen über Schutzmaterial und Medikamente für Asienreisende und dort lebende Deutsche an.

Geflügelzüchter in den Niederlanden müssen ihre Tiere zum Schutz vor der Vogelgrippe vorübergehend in Ställe sperren. Auf dem Expertentreffen in Bonn soll darüber diskutiert werden, ob das auch für Deutschland gelten soll. Tierschützer forderten eine verstärkte Kontrolle von Vogelhändlern. Pro Jahr würden nach Schätzungen mehr als 100 000 Vögel aus Russland und asiatischen Ländern nach Deutschland geschmuggelt, teilte das Komitee gegen den Vogelmord in Bonn mit.

Ein EU-Importstopp für lebendes Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, alle anderen Vögel und unbehandelte Federn gilt bisher für China, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Nordkorea, Pakistan, Thailand und Vietnam. Die EU will es auf Russland und Kasachstan ausdehnen, weil von dort die Einfuhr anderer Vögel und unbehandelter Federn bisher nicht verboten war. (dpa)



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