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CDU-Mann wirbt mit NPD-Parole

Von BERNHARD HONNIGFORT, 25.08.05, 07:00h

Mit der Aussage "Arbeit, Familie, Vaterland" bringt sind Henry Nitzsche in die Schusslinien. Der sächsischer Bundestagsabgeordneter hatte schon einmal Probleme mit Aussagen zur Zuwanderung.

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Henry Nitzsche
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Henry Nitzsche
Dresden - „Ich hoffe, die Wähler regeln das Problem Nitzsche“, sagte kürzlich der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz. Wie er das meinte, was klar: Das Problem Nitzsche, Vorname Henry, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Sachsen, bekomme am 18. September die Quittung für seinen umstrittenen Wahlkampfslogan „Arbeit, Familie, Vaterland“ - 2004 Motto eines NPD-Bundesparteitages.

Innerhalb der sächsischen CDU hält sich die Aufregung in Grenzen. Immerhin hatte Ministerpräsident Georg Milbradt nach dem Unionsdebakel bei der Landtagswahl 2004 und dem Einzug der NPD in den Landtag seine Partei ausdrücklich ermuntert, so genannte rechte Themen zu besetzen. Er verteidigte also seinen Parteifreund. Nur Heinz Eggert, der frühere Innenminister, schlug Nitzsche vor, auf den Slogan zu verzichten, weil er von einem Großteil der Bevölkerung falsch gedeutet werden könne. Ansonsten geht man in der Union davon aus, dass die Wähler in Ostsachsen Nitzsche nicht bestrafen, sondern mit dem besten Ergebnis seiner politischen Laufbahn belohnen werden. Vaterland, Heimat, Werte, Gemeinschaft seien Dinge, die gerade bei jungen Leuten ankämen. Dass der Spruch einmal Motto der NPD war, interessiere um Kamenz, Großenhain und Hoyerswerda doch keinen, heißt es in der CDU.

Vorliebe für Trachten

Vermutlich kalkuliert der 46-Jährige genau damit. Nitzsche betonte am Mittwoch jedenfalls, er werde an dem Slogan festhalten. Der gelernte Töpfer und studierte Verwaltungs-Betriebswirt gilt eigentlich als Hinterbänkler, der wenig von sich reden macht. Im Dresdner Landtag, dem er von 1994 bis 2002 angehörte, fiel er wenig auf, sieht man von seinem Hang zu bayerischer Trachtenkleidung ab.

Vor zwei Jahren aber stand er auf der Kippe. Nitzsche wäre im Zuge der Affäre um den hessischen CDU-Mann Martin Hohmann fast untergegangen. Der hatte sich damals öffentlich Gedanken über den Begriff „Tätervolk“ gemacht, was ihn schließlich die CDU-Mitgliedschaft kostete. Fast zeitgleich hatte Nitzsche vor Burschenschaftlern über Zuwanderung gesprochen, über „den letzten Ali aus der letzten Moschee“ und dass einem „Muslim eher die Hand abfaulen“ würde, bevor er CDU wähle. Hohmann ging, Nitzsche ging in Deckung. Er hielt den Mund und durfte bleiben.



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