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Die Pauke spielt die Melodie

Von FRANK-UWE ORBONS, 05.09.05, 07:12h

Pulheim-Brauweiler -"Musik aus der Semperoper“ war der Titel des Konzerts im gut besuchten Marienhof der Brauweiler Abtei. Die fünften Classic Nights endeten mit einem entspannenden Vortrag der Dresdner Kapellsolisten.

Die fünften Classic Nights endeten mit einem entspannenden Vortrag der Dresdner Kapellsolisten.

Pulheim-Brauweiler -„Musik aus der Semperoper“ war der Titel des abschließenden Konzerts im gut besuchten Marienhof der Brauweiler Abtei. Dabei hätte es eigentlich „Musiker aus der Semperoper“ heißen müssen, da die Ensemblemitglieder der Dresdner Kapellsolisten alle der Dresdner Staatskapelle angehören, die traditionell in dem klassizistischen Gebäude Gottfried Sempers spielt.

Das fünf Jahre nach der Wende gegründete Kammerorchester konnte aber tatsächlich mit dem Komponisten Carl Maria von Weber einen königlich sächsischen Kapellmeister aufbieten. Dessen erste Symphonie in C-Dur op. 19, eine Rarität des Konzertlebens, spielten die Musiker frisch und mit viel Ausstrahlung, so dass manche seltsamen Stellen der Partitur mit Bravour überspielt wurden.

Weber experimentiert in seiner 1807 geschriebenen Sinfonie eher mit dem Episodischen und Atmosphärischen als mit dem klassischen Themendualismus. Mit recht freien und in diesem Fall gut intonierten Bläsereinsätzen hörte man bisweilen schon die „Wolfsschluchtszene“ aus dem „Freischütz“ heraus.

Dagegen bot die 2. Symphonie Ludwig van Beethovens den typischen Symphoniegedanken aus dem Geiste Haydns. Die thematische Arbeit erledigten die Musiker unter der Leitung von Helmut Branny, Kontrabassist der Staatskapelle, mit Sinn fürs Detail.

Besondere Komposition

Höhepunkt des Abends war Johann Wilhelm Hertels Sinfonia in C-Dur. Vom Inhalt der Komposition des Bach-Enkelschülers her eher belanglos, wäre die Komposition sicher im Schlund der Musikgeschichte verschwunden, wenn sie nicht mit einer Besonderheit aufwarten würde. Es handelt sich nämlich um ein verkapptes Paukenkonzert mit acht obligaten Pauken. Der Solist Thomas Käppler hatte alle Hände voll zu tun, um der vor ihm aufgebauten Batterie an Schlaginstrumenten Herr zu werden.

Es ist eines der wenigen Stücke, in denen man die Pauke nicht nur als Begleit-, sondern auch als Melodieinstrument erleben kann. Aufgrund des Faszinosums, das von dem Spiel Käpplers ausging, vergaß man ganz die Schwächen des Werks.

Neben dem musikalischen Vortrag warb der „Freundeskreis Köln-Düsseldorf der Frauenkirche zu Dresden“, vertreten durch den Initiator Ulrich Blüthner-Haessler, für eine Mitgliedschaft in seinem Förderverein.



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