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Wunderland der Ladys

Von TOBIAS NEUHAUS, 15.09.05, 07:40h

Kalk - Das Netzwerk „Electronic-Ladiez.Net“ holt weibliche Künstlerinnen ans Mischpult. Beim zweiten „Electronic-Ladiez“-Konzert präsentierten „Electr@“ und „Patty Stucki“ elektronische Musik mit femininer Note.

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Sabine Dirksen trat als "Elektr@" auf.
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Sabine Dirksen trat als "Elektr@" auf.
Bei dem zweiten „Electronic-Ladiez“-Konzert präsentierten „Electr@“ und „Patty Stucki“ elektronische Musik mit weiblicher Note.

Kalk - Vor den Boxen sind alle Menschen gleich. Ob männlich oder weiblich, auf der Tanzfläche fährt der Beat jedem gleichermaßen in die Glieder. Doch das Areal hinter den Membranen, an den Schaltern, Knöpfen, Reglern, wo die elektronischen Klänge programmiert und moduliert werden, ist nach wie vor männlich dominiertes. Aber das soll nicht so bleiben. Deshalb holt das Netzwerk „Electronic-Ladiez.Net“ in der gleichnamigen Konzertreihe gezielt weibliche Künstlerinnen ans Mischpult. Im Keller des Bürgerhauses fand jetzt die zweite Konzert statt. Zu Gast waren die Elektronikerinnen „Elektr@“ und „Patty Stucki“.

Für Sabine Dirksen ist der Auftritt in Köln eine Reise zu den Wurzeln. Sie wurde 1955 in Wesseling geboren und fing 1990 an, sich mit elektronischer Musik zu beschäftigen. Ihren Wohnsitz hat „Elektr@“ mittlerweile im Allgäu, ihren minimalistisch geprägten Sound produziert die Autodidaktin dort in einem eigenen Studio. Ihre Stücke sind technisch anspruchsvoll und ruhen in gedämpfter, traumhafter Stimmung in sich. Weiche Klangkissen, bisweilen sind sie auf die Einfachheit von Kinderliedern reduziert, schmeicheln den Gehörgängen. Für den Fahrstuhl dürfte diese Musik dennoch kaum taugen, denn so sehr sie einlädt darin zu versinken, so vehement verlangt sie nach Aufmerksamkeit. Durchsetzt sind die tragenden Passagen mit experimentellen Brüchen: Irritierend zertrümmern fremdartige Klänge den Wohlklang in seine Bestandteile. Bis auf Scherben bleibt nicht viel übrig, doch aus denen entwickelt sich umgehend die nächste Harmonie.

„Patty Stucki“ macht den Keller des Bürgerhaus zum Gewächshaus. Die Schweizerin aus Köln sät einzelne Klänge aus und päppelt die zarten Zöglinge auf zu verwachsenen, einander verschlingenden Sound-Stauden. In ihrer Performance singt sie einen Refrain ein, nimmt diesen unmittelbar auf und verwendet seine Wiederholung fortan als Skelett des heranwachsenden Liedes. Ein spontanes Geräusch wird so zum fortdauernden Echo, „Patty“ singt eine Strophe ein, spielt auf dem Saxophon und haucht dem Klanggemenge mit einem groovenden Beat Leben ein. Im Hintergrund dröhnen sphärische Klänge, die eine NASA-Sonde vom Saturn ins Internet funkte. Die Operation gelingt: Im Wunderland der elektronischen Lady schlüpft ein neues Geschöpf aus den Boxen.

Das nächste Konzert der „Electronic-Ladiez“-Reihe soll am 12. November im Bürgerhaus stattfinden.

 www.elektra-musik.de

 www.electronic-ladiez.net



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