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Neues vom Teufelsgeiger

Von GÜNTER JESCHKE, 28.09.05, 19:25h

Bergisch Gladbach - Virtuoses Können zauberte ungewöhnliche Klangwelten in die Gnadenkirche. Ein Musikerlebnis besonderer Art zelebrierte in der Gnadenkirche die Band Farfarello.

Virtuoses Können zauberte ungewöhnliche Klangwelten in die Gnadenkirche.

Bergisch Gladbach - Ein Musikerlebnis besonderer Art zelebrierte in der Gnadenkirche die Band Farfarello. Zwei Musiker bilden seit 1979 den Kern dieser außergewöhnlichen Truppe und führten sie zu Weltruhm: Der Gitarrist Ulli Brand und Mani Neumann mit Blockflöten und vor allem mit der Geige. Während der adrett gekleidete Gitarrist für den konstanten, eher ausgeglichenen, rhythmischen Hintergrundteppich zuständig war, tobte der Geiger im Rüschenhemd und Jeans entfesselt und entrückt über die Saiten, durch die Kirche und auch auf die Kirchenbänke. Als „Teufelsgeiger“ ist er schon oft bezeichnet worden. Mani Neumann montierte an seine Geige Mikrofon und Sender und brachte einen ganzen Tross von Technikern mit. So wurden seine virtuos gekonnten Töne zusätzlich elektronisch verarbeitet, verzerrt, verstärkt und mit Echo und Nachhall versehen.

Der junge Pole Marcin Masecki am Flügel, am Keyboard und an der Orgel ergänzte auf gleichem genialen Niveau die Band, in der Urs Fuchs als Vierter den Bass bediente. Die Band spielt ohne jedwedes Notenblatt nur selbst komponierte Stücke, die durch Improvisationen erweitert und den momentanen Gegebenheiten angepasst werden. Man hört aus ihnen Themen von Mozart, Liszt, Vivaldi und Webber heraus, die im Country-, Boogie-, Jazz- oder Rockstil verarbeitet wurden - einfache, eingängige Melodien in vielfacher Wiederholung und Variation.

Die Musik führte im engen Raum der Kirche besitzergreifend an Grenzen. Sie wechselte von aufrührerischem, rasendem Tempo zu träumerischen Gefühlsaufwallungen. Als Besonderheit des Auftritts in Bergisch Gladbach ließ die Band einen Teil des Konzertes filmisch festhalten. Man will noch vor Jahresende eine DVD dieser Movie-Tour auf den Markt bringen. Dabei wird die Gnadenkirche - der einzige Kirchenraum dieser Tournee - in die Inszenierung einbezogen. Die Zuhörer waren fasziniert, applaudierten stehend und unaufhörlich und erzwangen zwei Zugaben. Man war überrascht, dass die Scheiben bei diesem furiosen, rauschhaften Spektakel nicht zerbarsten und der Kronleuchter nicht von der Decke fiel. Eben ein außergewöhnliches Musikevent.



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