Von URSULA FUCHSHOFEN, 27.10.05, 07:21h
„Wir wollen diesen Park auf alle Fälle erhalten“, sagte gestern Frank Arentz, Vorsitzender des Förderkreises Wildpark Reuschenberg. Und um das zu erreichen, „müssen wir die städtischen Kosten senken“. Gesagt - getan: Gestern übergab der Förderkreis dem Leiter des Tierparks, Klaus Kretzschmar, einen Transport-Bus. Mit dem Fahrzeug wird künftig Futter rangeschafft, und es werden Tierarzt-Fahrten erledigt. „Für solche Dienste brauchen wir die Stadt nun nicht mehr in Anspruch zu nehmen“, so Arentz.
Die Leverkusener Sparpläne machten in der Vergangenheit auch vor dem Wildpark Reuschenberg nicht Halt. Eine endgültige Entscheidung zur Schließung des Tierparks sei allerdings noch nicht gefällt, hieß es gestern. Und so kümmert sich der rund 100 Leute starke Verein darum, Geld aufzutreiben. Laut Arentz kommen jährlich rund 200 000 Besucher in den Park, mal nur drei Leute am Tag, mal 1800. Sie alle erfreuen sich an den Ziegen und Auerhühnern, an den Luchsen, Hirschen und Störchen. Und sie zahlen nichts. Denn der Eintritt in den Wildpark ist frei. Der Förderverein will es so - auch in Zukunft.
Denn die Personalkosten, die mit einem Eintrittsgeld verbunden seien, würden die eingenommenen Gelder wieder auffressen. Dennoch, meinte Arentz, sei es durchaus richtig, die Besucher zur Kasse zu bitten. Er appellierte an die Menschen, die sich in und an dem Tierpark erfreuen, einen, vielleicht auch mal zwei Euro zu spenden. Eine Riesenspardose in Form einer Eule steht am Eingang bereit. Und es scheint, dass viele Menschen dieser Bitte auch nachkommen, denn in diesem Jahr wurden bereits rund 10 000 Euro in die Eule geworfen.
Naturschutzgebiet
Zu diesem freiwilligen Eintrittsgeld kommen noch mal 5000 Euro Spenden. Zudem hat der Verein bis jetzt rund 9000 Euro über den Futterautomaten eingenommen. Diesen 24 000 Euro Einnahmen stehen laut Arentz allerdings 80 000 Euro Pflege- und 160 000 Euro Personalkosten gegenüber. Die Personalkosten berücksichtigt der Verein in seiner Rechnung allerdings nicht. „Die Leute können nicht entlassen werden“, sagte er. Die seien bei der Stadt angestellt, und die bleiben. Und noch ein Argument führt Frank Arentz ins Feld, wenn's um die mögliche Schließung des Wildparks geht: „Das ist hier Naturschutzgebiet. Die ganze Sache müsste bei Schließung rückgebaut werden. Die Ställe müssten weg, die Volieren müssten weg, die ganzen Versorgungsleitungen müssten raus. Unter zwei Millionen wäre da nichts zu machen.“ So bleibt dem Verein, weiterhin Klinken zu putzen, Sponsoren zu suchen, Geldquellen aufzutun.
Dass dabei die Qualität des Areals nicht leidet, zeigte sich gestern auch. So wurde ein Spielplatz mit Spielgeräten sowie mit Sitzbänken und Tischen eingerichtet. Teuer war das angeblich nicht. Denn die Einrichtungen seien an anderen Stellen der Stadt abgebaut worden, nämlich dort, wo sie einfach nicht benutzt wurden. Damit wird der Wildpark Reuschenberg keine Probleme haben. Regelmäßig kommen ganze Schulklassen und Kindergarten-Gruppen hierher, sagte gestern Parkleiter Klaus Kretzschmar.
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