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Wenig Gastfreundschaft bei der Stadt

Erstellt 09.11.05, 10:28h, aktualisiert 09.11.05, 10:57h

Der Zoo und seine Anlieger haben ein Verkehrsproblem. Es gibt einfach zu wenig Parkplätze. Anja Katzmarzik sprach mit Tierpark-Chef Gunther Nogge und Prokurist Christopher Landsberg.

Bild: Rakoczy
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Bei Großveranstaltungen und auch an ganz normalen Wochenenden reicht der Parkraum rund um den Zoo nicht aus.
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Bei Großveranstaltungen und auch an ganz normalen Wochenenden reicht der Parkraum rund um den Zoo nicht aus.
Zoo und Anlieger haben ein Verkehrsproblem. Anja Katzmarzik sprach mit Zoo-Chef Gunther Nogge und Prokurist Christopher Landsberg.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Ihr Park hat ein Parkproblem, oder?

GUNTHER NOGGE: Ja, das ist ein Riesenärgernis. Die Stadt meint, wir müssten die Lösung liefern. Dabei vergisst sie, dass sie Träger des Zoos ist. Hier kommen pro Jahr eine Million Menschen hin.

Kein gutes Köln-Bild . . .

NOGGE: Wir sind ein Wirtschaftsfaktor, auch wenn Großveranstaltungen wie die Sommernacht und

Halloween die Ausnahme sind. In der Woche reicht das Parkplatzangebot, weil die Stadt der DEVK zur Auflage gemacht hat, 400 Plätze in ihrem Parkhaus für uns freizuhalten.

Dafür parken die Versicherungsmitarbeiter jetzt im Wohnviertel.

NOGGE: Wir hätten gerne unter der Zoobrücke eine Zwischenebene gebaut, das würde die Parkfläche verdoppeln. Aber das wird wohl am Brandschutz scheitern.

Die Plätze bewirtschaftet und kontrolliert die Stadt.

CHRISTOPHER LANDSBERG: Ja, leider seit kurzem im Zweistunden-takt. Woher soll jemand vorher wissen, wie lange er im Zoo bleibt? Das ist

wenig gastfreundlich.

NOGGE: Das ist unmöglich - und bei den Plänen zum Anwohnerparken geht es meines Erachtens auch nur ums Geld.

LANDSBERG: Hinzu kommt: Familien lassen sich nur schwer zur Anreise ohne Auto animieren.

Da braucht man verlässliche Partner im Nahverkehr.

LANDSBERG: Ein gemeinsames Ticket ist im Gespräch, aber noch nicht geklärt, weil die KVB ja dafür auch Geld erwartet. Thema ist aber auch die unsägliche Situation der Haltestelle, wo kein Kinderwagen und kein Rollstuhlfahrer hochkommt.

Wann kommt nun das Ticket?

LANDSBERG: Wenn es zu einem akzeptablen Preis angeboten wird. Da werden unter Umständen zwei, drei Euro pro Ticket draufgeschlagen für die Fahrt. Bei einer Konzertkarte für 80 Euro fällt das nicht ins Gewicht, bei uns sind das leicht 30 Prozent.

Aber Auswärtige kriegen sie schlecht in die Straßenbahn. . .

. . . aber vielleicht auf P+R-Plätze.

LANDSBERG: Wenn Sie aus Düsseldorf kommen, wissen Sie doch gar nicht, wo hier ein P+R-Platz ist.

Noch ein Problem. Aber könnten Sie nicht wenigstens als Zwischenlösung Bahnfahrern Rabatt geben?

NOGGE: Das muss man erst mal gründlich prüfen. Und es fahren ja auch zu unseren Großveranstaltungen zusätzliche Bahnen.

Aber Platzeinweiser oder bessere Wegweiser sucht man vergeblich.

NOGGE: Ja, es ist ein unseliges Straßengewirr. Wenn Sie die richtige Ausfahrt verpassen, sind Sie plötzlich auf der Mülheimer Brücke und

schneller in Wuppertal als wieder in Köln. Oder Sie verfransen sich in Riehl. Wir schlagen vor, unter dem Riehler Plätzchen eine Tiefgarage zu bauen. Auf Zoo-Gelände entstünde ein Wohn- und Geschäftshaus mit neuem Restaurant. Unser altes ist baufällig.

Was spricht dagegen?

NOGGE: Die Stadt. Das Plätzchen gehört ihr. Dabei haben wir sogar einen Investor. Doch wir streiten uns um die Grundstücksfrage. Es geht darum, ob die Stadt uns was schenken darf. Es ist immer schwierig mit der Stadt, weil es kein Gesamtkonzept gibt - weil jedes Amt für sich arbeitet.

Und das Science Center haben Sie an Kalk verloren.

NOGGE: Das wäre eine einmalige Kombination von Zoo, Botanischem Garten und Biowissenschaften gewesen. Auch Parkflächen waren vorgesehen. Nur die Erschließung war teurer als in Kalk.

Wer macht jetzt den ersten Schritt?

NOGGE: Wir tun dauernd Schritte. Doch wir wollten auch die Grünflächen des Botanischen Gartens übernehmen. Nur: Wenn mir gesagt wird, Eintritt darfst du nicht nehmen, kann ich damit nichts mehr machen. Die wollten uns das ans Bein binden, damit sie die Kosten los sind.

LANDSBERG: Unglaublich, dass keiner das Potenzial entdeckt. In anderen Regionen wird richtig Geld in die Zoos investiert - und wir haben eine Million Gäste, die von der Stadt nur als potenzielle Parksünder wahrgenommen werden.



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