Erstellt 15.11.05, 06:57h
„Es ist eine Ironie, dass sie eine Tierart ausgewählt haben, die zum Teil auch wegen der Präsenz Chinas in Tibet vom Aussterben bedroht ist.“ Weniger als 100 000 Exemplare leben noch in freier Wildbahn im Himalaja - in den 1950er Jahren waren es noch eine Million. Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee hätten sie zu Tausenden gejagt und getötet, so ICT.
Kritik äußerte auch das in London ansässige Internationale Netzwerk zur Unterstützung Tibets (ITSN). Die Antilopenart sei kein chinesisches Symbol und dürfe nicht „für die Propagandazwecke des chinesischen Regimes“ missbraucht werden.
China hatte „Yingying“ am Freitag der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Die anderen vier Maskottchen sind ein Fisch („Beibei“), ein Panda („Jingjing“), das Olympische Feuer („Huanhuan“) und eine Schwalbe („Nini“). Die doppelsilbigen Namen entsprechen den in China üblichen Kosenamen für Kinder. Setzt man die Einzelsilben hintereinander, wird daraus der Spruch „Willkommen in Peking“ (Beijing Huangying Ni). Die als „fünf freundliche Freunde“ vorgestellten Maskottchen sollen in den nächsten drei Jahren weltweit für Pekings Olympiade werben und für Umsatz sorgen.
China regiert das Himalaja-Land mit eiserner Militärgewalt. Mönche und Nonnen, die dem Dalai Lama treu sind, sitzen im Umerziehungslagern. Politische Aktivisten werden gefoltert. Hunderttausende Chinesen, die von der Regierung mit hohen Löhnen und Zuschüssen angelockt werden, dominieren die tibetische Wirtschaft.
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