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Gewalt gegen Frauen ist immer noch Alltag

Von JOHANNES SCHMITZ, 23.11.05, 07:12h

Troisdorf - Kaum einer will es wahr haben: Gewalt gegen Frauen ist auch in unserer Gesellschaft alltäglich. Derzeit weisen Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet unter dem Stichwort „Betrifft: Frauen“ darauf hin, dass der Kampf der Geschlechter immer wieder wörtlich genommen wird.

Ausstellung mit Entwürfen von 13- bis 15-jährigen Mädchen wurde eröffnet.

Troisdorf - Kaum einer will es wahr haben und viele können es nicht mehr hören: Gewalt gegen Frauen ist auch in unserer Gesellschaft alltäglich. Derzeit weisen Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet unter dem Stichwort „Betrifft: Frauen“ darauf hin, dass der Kampf der Geschlechter immer wieder wörtlich genommen wird.

Beschimpfungen, Drohungen, Prügel: Die meist männlichen Täter schlagen vorwiegend im privaten Umfeld zu. Und die Opfer schweigen häufig. Aus Scham, aus existenzieller Angst. Mit einer Ausstellung im Foyer des Troisdorfer Rathauses wollen das Frauenhaus und die Gleichstellungsstelle das Thema aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit zerren. Denn nur für Probleme über die gesprochen wird, können Lösungen gefunden werden.

Gezeigt werden Plakatentwürfe, die eine Gruppe von 13- bis 15-jährigen Mädchen unter Anleitung der Troisdorfer Künstlerin Nicola Denuell angefertigt haben. Zu sehen sind meist Hände: die der Täter, der Opfer oder Zeugen, die sich die Augen zuhalten. Als sprachliches Gestaltungsmittel kommt oft das Wort „Schlag“ vor, getreu dem Arbeitstitel: Schlag-Artig - keine Gewalt gegen Frauen.

Zur Eröffnung der Ausstellung, die in den nächsten Monaten durch den Kreis wandern wird, betonte der stellvertretende Troisdorfer Bürgermeister Manfred Catrin, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen und Kinder gestiegen sei. Zwar sei der Opferschutz, etwa durch die Ausweisung prügelnder Ehemänner aus der Wohnung verbessert worden. Gewalt gegen Frauen sei allerdings keine Privatsache. „Wegsehen, Scham und Angst führen dazu, dass die Gewalt kein Ende findet“, ermutigte er zu bürgerschaftlichem Engagement.

Die drei Lebensalter und tradierten gesellschaftlichen Funktionen der Frau riefen die Erlebnispädagogin Sigrun Solea und die Frauengruppe Maruna in Erinnerung. Sie boten eine Performance, bei der Weiß, Rot und Schwarz den Ton angaben. Weiß steht für die Jungfrau, Rot für die Mutterschaft und Schwarz für die Altersweisheit.

Wer in den nächsten Tagen (bis zum 1. Dezember) das Foyer des Troisdorfer Rathauses betritt, kann sich die Plakate zu den Öffnungszeiten der Verwaltung ansehen. Weitere Informationen erteilt Claudia Hoffmann von der Gleichstellungsstelle der Stadt Troisdorf.



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