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Rom e.V. für Anti-Rassismus-Arbeit geehrt

Von ULRIKE WALDEN, 13.02.09, 10:52h

Die Initiative hat den 5000 Euro dotierten Bilz-Preis erhalten. Die Verleihung wurde zu einem eindringlichen Appell, Roma den Status einer nationalen Minderheit auf EU-Ebene zu gewähren und sie damit zu „EU-Inländern“ zu machen.

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Feierstunde im EL-DE-Haus zu Ehren des Rom e.V.
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Feierstunde im EL-DE-Haus zu Ehren des Rom e.V.
Zu einem eindringlichen Appell, Roma den Status von EU-Inländern und damit eine Perspektive zu geben, wurde die Verleihung des Bilz-Preises.

Die Musik ging unter die Haut. Unbändige Lebensfreude, uralte Trauer, tiefen Schmerz, üppigen kulturellen Reichtum: all das drücken die kunstvoll und anrührend zugleich vorgetragenen Stücke der Gruppe Romano Trajo aus. Sie ist hervorgegangen aus dem Rom e.V., der am Freitag den mit 5000 Euro dotierten Bilz-Preis bekam.

Die Feierstunde fand im EL-DE-Haus statt, das von 1935 bis 1945 Sitz der Gestapo war und heute als Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus dient. Ausgezeichnet wurde der Rom e.V. für seine Anti-Rassismus-Arbeit und insbesondere für das Kinderhaus Amaro Kher. Dort wird Jungen und Mädchen, deren Vorfahren über Jahrhunderte vertrieben und ermordet worden sind, eine Zukunft gegeben; damit sie - als Erste ihrer Familien - den fatalen Kreislauf von Elend, Bildungsmangel und neuer Not durchbrechen können.

Die Stiftung, die Fritz Bilz 1998 mit seiner Frau gegründet hat, zeichnet einmal im Jahr eine Initiative aus, die sich der Völkerverständigung verschrieben hat, sich für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte einsetzt oder gegen Diskriminierung von Minderheiten eintritt. Bilz, der eine Erbschaft zur Stiftung umgewidmet hat, appellierte an die Politik: Ohne Arbeitserlaubnis, ohne Heimat und Perspektive fehle vielen Eltern auch die Motivation, ihre Kinder regelmäßig in die Schule zu schicken. Eine Möglichkeit, so Bilz, wäre es, den Roma den Status einer nationalen Minderheit auf EU-Ebene zu gewähren und sie damit zu „EU-Inländern“ zu machen.

„Heute existieren immer noch die gleichen Vorurteile, die zum Holocaust geführt haben“, warnte Kurt Holl vom Rom e.V. Die permanente Angst der Familien vor Abschiebung in Krisengebiete, in denen sie um ihr Leben fürchten müssten, gefährde auch den Erfolg des von „wir helfen“ nachdrücklich unterstützten Roma-Kinderhauses. Holl wies darauf hin, dass es um ein Kulturzentrum ergänzt werden solle, das ein friedliches, respektvolles Zusammenleben der Roma mit den Kölner Bürgern „auf Augenhöhe“ ermöglichen könne.

Die Laudatio hielt der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Bündnis 90 / Die Grünen). Er erinnerte auch an eine beschämende Tatsache: Erst nach Jahrzehnten habe man den Roma zugestanden, dass sie, wie Juden, Opfer der gezielten Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten waren. Beck umriss die vielfältigen Bemühungen des Rom e.V. - von historischer Dokumentation und Reflexion über praktische Jugendarbeit, soziale Beratung und Alphabetisierung bis hin zum Schulunterricht. „Wir können das Geld sehr gut gebrauchen“, sagte Holl. Es soll verwendet werden, um Kinder im Roma-Kinderhaus Amaro Kher am Nachmittag zu betreuen.



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