Von KENDRA STENZEL, 30.12.05, 07:30h
Ein bisschen erinnert Tierarzt Olaf Behlert an Dschungel-Doktor Daktari, wenn er in seinem Safari-Jeep durch den Kölner Zoo braust, um die neuesten Erkundungen in Sachen Elefantengeburt einzuholen. Doch trotz emsiger Geschäftigkeit im und um das Elefantenhaus nimmt das Warten kein Ende. Noch immer ist vom sehnlich erwarteten Elefantennachwuchs nichts zu sehen.
Vor drei Tagen setzten bei Elefantendame Khaing Lwin Htoo die Wehen ein, doch die werdende Mama scheint die Ruhe weg zu haben. „Über Weihnachten kam es zum Progesteronabfall, dann setzten die Wehen ein. Die Geburt hatte also angefangen. Darauf hin haben wir der Elefantenkuh per Narkosegewehr Hormone geschossen, um die Wehen zu verstärken, aber nichts hat sich getan. Sie frisst, sie schläft, im Moment geht es ihr wirklich bestens“, so Tierarzt Dr. Olaf Behlert. Dass sie nervös mit dem Kopf schlenkere und ständig in Bewegung sei, wie man im Internet über die Liveschaltung verfolgen könne, sei völlig normal. Das Elefantenhaus selbst ist geschlossen.
Obwohl längere Ruhephasen während einer Elefantengeburt keineswegs eine Ausnahme sind, ist die magische 48-Stunden-Grenze, nach der in das Geschehen eingegriffen werden kann, längst überschritten. Aus diesem Grund verabreichte Behlert der Elefantenkuh gestern in
Futter gemengtes Calcium. Das soll die Wehen wesentlich verstärken. „Viel mehr können wir auch nicht machen. Der Rest passiert schon von selbst“, so Behlert. Dass die anderen Elefanten rund um Khaing sich dem Geschehen gegenüber relativ teilnahmslos zeigen, findet der Tierarzt „nicht erwartungsgemäß“. „Normalerweise sind Elefanten in so einem Fall aufgeregter und unterstützen die trächtige Kuh. Das kann aber auch einfach ein Zeichen dafür sein, dass die
Geburt noch nicht ganz so weit ist.“ Für Behlert ist es die erste Elefantengeburt. Mit dem Zoo Emmen - der Geburtsstätte von Khaing - stehen er und Zoodirektor Gunther Nogge deshalb in ständigem Kontakt, um alle nötigen Informationen zum Geburtsvorgang einzuholen. Von den ungewöhnlichen Zuständen, die zurzeit im Zoo herrschen, kann seit gestern auch das Ehepaar Ludwig ein Lied singen.
Im Elefantenhaus wollten Arne Ludwig und Verena Specks sich vor
geladener Hochzeitsgesellschaft das Ja-Wort geben. Im Zoo angekommen fanden sie sich dann vor verschlossenen Türen, denn niemand hatte ihnen Bescheid gegeben, dass das Elefantenhaus geschlossen ist. Bereitwillig ließen sie die Verantwortlichen auf das Tropenhaus ausweichen. „Es war eine wirklich schöne Hochzeit. Nur das Elefantenkuscheltier von unserem Sohn passte natürlich nicht so ganz“, freute sich die Braut.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt