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Stadtleben - aber nicht in Köln

Erstellt 04.01.06, 22:10h

Die Beteuerung, es sei eine Lust, in Köln zu leben, lesen Kölner immer wieder gern. Im Kurzgeschichten-Band der 1970 in Köln geborenen Daniela Böhle werden Leser nach dieser Botschaft aber vergebens fahnden.

Kölner Dom / Archiv
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Die Beteuerung, es sei eine Lust, in Köln zu leben, lesen Kölner immer wieder gern. Im Kurzgeschichten-Band der 1970 in Köln geborenen Daniela Böhle werden Leser nach dieser Botschaft aber vergebens fahnden. Die Autorin, deren Geschichten von Alltag und alltäglichem Wahnsinn ganz eindeutig Großstadtcharakter haben, lebt und schreibt seit sechs Jahren in Berlin und denkt an Köln eher selten und wenn, dann mit Grausen zurück. Was sie mit ihrem Anrufbeantworter und mit Jobangeboten für eben dieses Gerät erlebt, mit Herren in Damenkleidern, mit Käfern in Fußbodenritzen oder mit Wohnungssuchenden in Angst einflößenden Neubauvierteln, ist pointiert geschildert, lebt von skurrilen Details und von der lakonischen Kürze, mit der Daniela Böhle den Beschreibungen ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Dem Witz zu widerstehen, der bei der völlig unkölsch-unsentimentalen Rückkehr der Autorin zur alten Schule in Köln-Porz-Wahn aufblitzt, wird selbst notorischen Köln-Liebhabern wohl schwer fallen. Eine spaßige Lektüre - außer vielleicht für Böhles ehemalige Mitschüler, die jetzt alle, alle bei der Sparkasse arbeiten. (bl)

Daniela Böhle, „Amok Anruf-Beantworter“, Satyr-Verlag Berlin, 197 Seiten, 12,90 Euro.



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