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Knollendorfer leiden mit dem Kanzler

Erstellt 10.01.06, 07:34h, aktualisiert 02.02.06, 10:58h

Reichlich Platz für Seitenhiebe auf Stadtgeschehen und Lokalprominenz: Präsident Schäl präsentiert die Karnevalisten im Mini-Format vor der Kulisse der Rathauslaube.

Bild: KSTA
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Aufmarsch der Knollendorfer und einiger befreundeter Jecken an der Baustelle am Rathausturm.
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Aufmarsch der Knollendorfer und einiger befreundeter Jecken an der Baustelle am Rathausturm.
"En janz doll Poppesitzung“ feierte Premiere. Die beschädigten Steinfiguren stürzen in Serie mit Getöse und Staubwolken vom Rathausturm. Auf den so frei gewordenen Konsolen will der Stadtkonservator Hartz-IV-Empfängern eine neue Position anbieten. „Dann ist der Turm nicht mehr so nackig und die Lück sin vun d'r Stroß“, erklärt Speimanes ( Charly Kemmerling ), der als „Probe-Präsentations-Objekt“ schon einige Stunden in luftiger Höhe verbracht hat, ehe er pünktlich zum Start der Sitzung mit dem Lastenaufzug ins Bühnenbild herabgelassen wird. Zum Motto „Et Poppespill vum Rathustoon“ präsentiert Präsident Schäl ( Peter Ulrich ) die Karnevalisten im Mini-Format vor der wunderschön gestalteten Kulisse der Rathauslaube und der benachbarten Baustelle am Turm. Da ist reichlich Platz für Seitenhiebe auf Stadtgeschehen und Lokalprominenz. „Ich hätte so gerne einen Job, den ich kann“, erbittet sich Oberbürgermeister Schramma Hilfestellung vom neuen Papst, der sich nach dem Weltjugendtag ein Auto mit Allradantrieb zugelegt hat - mit Kruzifix-Schaltung.

Neben zwei Anleihen beim „großen“ Karneval - so gab's ein Ludwig-Sebus -Medley zu Ehren des 80-jährigen Sängers und den Tanz der Prinzen-Garde zu deren 100. Geburtstag - dominierten die Nummern, die aus dem Ensemble heraus entstanden sind. Und da haben sich in den vergangenen Jahren regelrechte Typen entwickelt, auf die man sich freuen kann. So den Verzäll des dümmlichen Tronesacks Döres ( Matthias Klein ), die bissigen Altersweisheiten von Zänkmanns Kätt ( Ingrid von der Lohe ), die herrliche Schnulze von Speimanes („Do muss die Wiever schläch behandele“) und der rotzfreche Bluesgesang („Dat is doch normal“) vom schrägen Willi ( Walter Oepen ). Oepen hat auch eine köstliche WM-Revue geschrieben, die mögliche Gegner der Deutschen auf Korn nimmt: von „Kiesköpp us Amsterdam“ bis zu bauchwackelnden brasilianischen Samba-Mädels. Hitverdächtig auch das von Udo Müller zusammengestellte Potpourri zu aktuellen Themen: Da wird über Gammelfleisch, Vogelgrippe („Singverbot für Höhner und Kolibris im jecken Paradies“) und den Abschied von Gerhard Schröder gesungen: „Ich kann keinen Kanzler weinen sehn.“ Eine vorzügliche Ensembleleistung.



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