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Das Land will an der Drogenhilfe sparen

Von KENDRA STENZEL, 11.01.06, 08:15h

Über 5000 Häftlinge pro Jahr, davon knapp 1500 drogenabhängig: Die Kölner Justizvollzugsanstalt hat ein massives Drogenproblem. Dennoch will das Land bei der Drogenhilfe massiv Kosten sparen.

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Die Zahl der Drogentoten ist in diesem Jahr in Köln stark angestiegen.
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Die Zahl der Drogentoten ist in diesem Jahr in Köln stark angestiegen.
Über 5000 Häftlinge pro Jahr, davon knapp 1500 drogenabhängig: Die Kölner Justizvollzugsanstalt hat ein massives Drogenproblem. „Umso nötiger ist ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot“, betont Jörn Foegen, Leiter der JVA Köln - und ausgerechnet daran will das Land jetzt sparen.

Die Pläne für den Landeshaushalt 2006 sehen vor, die Zuschüsse für die externe Drogenhilfe in Haftanstalten drastisch zusammenzustreichen. Diese Sparmaßnahmen sollen ab dem 1. April in Kraft treten und den Haushalt des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) um 460 000 Euro jährlich direkt entlasten. Geplant ist, von landesweit 22,5 Stellen, die mit Mitarbeitern externer Organisationen besetzt sind, nur noch fünf Stellen zu bezuschussen. Die Kürzungspläne führen gerade in Köln zu einer besonderen Situation: Die fünf Stellen der Therapievermittlung der Kölner Justizvollzugsanstalt sind ausschließlich mit externen Kräften besetzt, die zu 60 Prozent vom SKM und der Drogenhilfe Köln getragen und bisher zu 40 Prozent vom Land bezuschusst werden. Vorteil der externen Drogenberatung sei, die Drogenabhängigen auch nach der Haft beraten zu können, erklärt Foegen. Die externen Berater vermitteln die Häftlinge schon während der Haft in die Therapie und bieten nach der Entlassung ambulante Betreuung.

In Köln sollen die Landesmittel für vier der fünf Betreuer gestrichen werden. Für die Mitarbeiter der JVA und die sozialen Träger ist das eine Katastrophe: „Das können wir nicht auffangen. Was bleibt, ist den Zeitfaktor zu reduzieren, also massiv weniger zu beraten“, fürchtet Thomas Hambüchen, Leiter der Drogenhilfe Köln. Die vier Stellen kündigen zu müssen - das wollen sich die Verantwortlichen nicht vorstellen. Die Spar-Rechnung der Landesregierung halten die sozialen Träger der Drogenberatung in der Kölner JVA nämlich für falsch: „Jeder zusätzliche Hafttag der nicht mehr in Therapie betreuten Strafgefangenen kostet 80 Euro am Tag und verursacht damit ein Vielfaches des Aufwandes für die Vermittlungstätigkeit.“

Ralf Neubauer von der Pressestelle des Justizministeriums sichert zu: „Wir werden das irgendwie auffangen. Mit Sicherheit.“ Und Ulrich Lensing, Pressesprecher des MAGS, verweist auf die öffentlichen Drogenberatungsstellen, zu deren Aufgabe es auch gehöre, die JVA zu unterstützen. Im Februar wollen Wolfgang Scheiblich, Leiter des SKM Köln, und Thomas Hambüchen bei der ersten Lesung des Haushalts im Landtag gegen die Sparpläne protestieren.



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