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Und jetzt nochmal auf Englisch

Von TIM FARIN, 18.01.06, 06:57h

Fast die Hälfte aller Unternehmen sucht, laut einer Studie, nach Führungskräften mit perfekten Fremdsprachenkenntnissen. Die vorhandenen Kenntnisse aus dem Schulunterricht bringen einen im Beruf nicht weiter. Am besten ist es eine Sprache im Ausland zu lernen.

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Wer Sprachen kennen lernt, lernt Kulturen kennen.
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Wer Sprachen kennen lernt, lernt Kulturen kennen.
Fast die Hälfte aller Unternehmen sucht, laut einer Studie, nach Führungskräften mit perfekten Fremdsprachenkenntnissen.

Es besteht kein Zweifel: Sprachkenntnisse gehören im modernen Berufsleben zu den Schlüsselkompetenzen. Dennoch sind die wenigsten Hochschulabsolventen ausreichend vorbereitet, wie eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergab.

Ein Dilemma, denn für die Karriere in internationalen Unternehmen ist es mittlerweile Standard, dass Bewerber zumindest ab dem mittleren Management zwei Fremdsprachen beherrschen. 45 Prozent der Unternehmen gaben in einer Studie der Kienbaum Personal- und Unternehmensberatung an, dass Fremdsprachen bei der Auswahl von „High Potentials“ ein entscheidender Faktor sind. Und die Anforderung gilt nicht nur für Konzernspitzen. „Ohne Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen kommen im Zeitalter der Globalisierung auch Fachkräfte nicht mehr aus“, mahnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Konnten beispielsweise Ingenieure einstmals in Ruhe vor sich hinwerkeln, ist in der globalisierten Wirtschaft der Bedarf an Kommunikation und Teamwork gestiegen - und damit die Anforderung erwachsen, zumindest einigermaßen Englisch zu sprechen. Und das gilt für alle Branchen.

„Englisch ist die Lingua franca für die ganze Welt“, sagt Professor Karl-Richard Bausch mit Lehrstuhl für Sprachlehrforschung an der Ruhr-Universität Bochum. Da ist es gut zu wissen, dass die meisten Abiturienten in Deutschland zumindest ausreichend fit sind in dieser Universalsprache. „Das Schulenglisch hat sich inzwischen sehr gebessert, die Kenntnisse aus der Schule sind für die Praxis wesentlich relevanter geworden“, urteilt Bausch. Dennoch bleibt es sinnvoll, im Studium die englische Sprache zu pflegen, denn: Man kann Sprachen auch vergessen. Und: Schulenglisch ist eben nur ausreichend.

„Nimm mindestens zwei!“, fordert Bausch zum Sprachenlernen auf, denn: „Das Fantastische ist, dass das menschliche Gehirn Platz für unendlich viele Sprachen hat.“

Norbert Wangnick, Gründer und Vorsitzender des Kölner Recruiting-Dienstleisters access AG, rät allerdings, sehr gezielt vorzugehen. Eine Strategie: Sich möglichst breit aufstellen - und hier sei Chinesisch als Sprache der dynamischsten Wachstumsregion erste Wahl. Zusätzlich empfehlen die Fachleute, im Hinblick auf spezifische Markttrends zu lernen. „Wer beispielsweise in die Automobilindustrie strebt, die ja nach Osten verlagert, kommt mit Ungarisch oder Tschechisch weiter“, erklärt Wangnick. Und er mahnt: Lieber zwei oder drei Sprachen sehr gut beherrschen, als im Lebenslauf „unglaubliche“ sechs Idiome anzuführen.

Wie lernen Studenten die Fremdsprachen am besten? Eigeninitiative ist erste Voraussetzung. Zwar gibt es immer mehr Fach-Seminare beispielsweise auf Englisch, aber „bei den Dozenten gibt es oft Defizite, was die Anwendung der Sprache belang“, beurteilt Bausch. Besser wenden sich die Studierenden an die Sprachinstitute der Hochschulen.

Karriereberater Wangnick rät, seriöse private Kursanbieter zu nutzen. „An der Uni ist der Fortschritt langsamer - das gesparte Geld muss ins Verhältnis zum Zeitaufwand gesetzt werden.“

Eine weitere Möglichkeit sind Sprachurlaube und Kompaktkurse im Ausland. Der Markt der 150 deutschen Anbieter von Auslands-Sprachreisen ist recht unübersichtlich, die Kosten können schon mal 3000 Euro für zwei Wochen erreichen. Aufklärung gibt es bei der Aktion Bildungsberatung (ABI) aus Stuttgart, einer Verbraucherschutzorganisation.

Fürs Lernen eignet sich besonders ein Praktikum im Ausland. Norbert Wangnick von access: „Wer so etwas macht, wird dramatische Vorteile haben im Wettbewerb.“ Ein Selektionsmerkmal für künftige Arbeitgeber sei das, denn: „Alle anderen sind Mittelmaß“, urteilt Wangnick. Für den Erfolg im Beruf müsse man bei Präsentationen oder Cocktail-Parties einen souveränen Auftritt in der Fremdsprache hinlegen, gelernt in der Praxis einer fremden Kultur.



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