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Enzyklika zur Liebe

Von VON PAUL KREINER, 19.01.06, 07:00h

Die Spekulationen über die erste Enzyklika Benedikts XVI. sind zu Ende. Nach monatelanger Aufregung und einem zunehmend hysterischen Rätselraten in den italienischen Medien schaffte der Papst selbst Klarheit.

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Papst Benedikt XVI.
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Papst Benedikt XVI.
Rom - Die Spekulationen über die erste Enzyklika Benedikts XVI. sind zu Ende. Nach monatelanger Aufregung und einem zunehmend hysterischen Rätselraten in den italienischen Medien schaffte der Papst selbst Klarheit. In der Generalaudienz am Mittwoch kündigte er an, sein erstes lehramtliches Schreiben werde „am 25. Januar endlich erscheinen“ und den Titel „Gott ist Liebe“ tragen.

Der Papst sprach aus dem Stegreif; seine resolute Wortmeldung kam selbst für Insider überraschend. Wochenlang hatte das vatikanische Presseamt unter Joaquin Navarro-Valls jede Stellungnahme abgelehnt, heimlich aber mit einem katholischen italienischen Verlag ausgehandelt, dass die Enzyklika kommende Woche der beliebten Illustrierten „Famiglia Cristiana“ beigelegt werden und „nur einen Euro“ kosten solle.

Auf diese Weise hat der Vatikan sowohl Werbung für jene Zeitschrift gemacht als auch die Spekulationen in anderen Medien angeheizt; auch waren einzelne Absätze des Schreibens bereits durchgesickert. Dass der Papst den Wirbel nun persönlich, über Navarro-Valls hinweg, gestoppt hat, ist im Vatikan aufmerksam registriert worden.

Benedikt XVI. stellte klar, dass das Dokument nicht moralisch-disziplinarischer Art sein wird. Er wolle „das Konzept der Liebe in seinen verschiedenen Dimensionen“ darstellen. So erscheine die zwischenmenschliche Liebe „einem Christen, wenn er von Nächstenliebe spricht, oft sehr fern“. Dabei entspringe alles, auch „der Eros, dieses Geschenk der Liebe zwischen Mann und Frau, einer einzigen Quelle: der Güte Gottes“. Die Liebe dürfe aber nicht selbstbezogen „nur die eigenen Freuden suchen; sie formt sich um in Nächstenliebe, indem sie vor allem das Wohl des anderen sucht“. Göttliche und menschliche Liebe in diesem umfassenden Sinne sei das Fundament für den Frieden in der Welt.



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