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Der Ehrenfelder Vulkan hat gezündet

Von HERIBERT RÖSGEN, 21.01.06, 08:15h

Nach der „Design-Post“ in Deutz ist „Vulkan.Köln“ noch bis Sonntag der zweitgrößte Ausstellungsraum im Rahmen der „Passagen 2006“. Zwölf Designer lockten Publikum in Scharen nach Ehrenfeld.

Bild: Rösgen
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Das "Turmhaus" rechts und das "Kontorhaus" links stammen aus dem Jahr 1898. Das "Terrassenhaus" hinten wurde 2005 fertig.
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Das "Turmhaus" rechts und das "Kontorhaus" links stammen aus dem Jahr 1898. Das "Terrassenhaus" hinten wurde 2005 fertig.
Die ehemalige Ehrenfelder Leuchtenfabrik wurde zu einem beispielhaften Gewerbepark für Kreativ-Berufe.

Im „Vulkan“ loderte und brodelte es. Dutzende kleiner Feuer erhellten den Innenhof des ehemaligen Fabrikgeländes an der Lichtstraße. Nach der „Design-Post“ in Deutz ist „Vulkan.Köln“ noch bis Sonntag der zweitgrößte Ausstellungsraum im Rahmen der „Passagen 2006“. Zwölf Designer lockten Publikum in Scharen nach Ehrenfeld. Im Schein der Feuer konnten die Besucher auch einen Blick auf den fertigen Gewerbepark werfen, der zeitgleich nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit eingeweiht wurde.

Als eines der gelungensten Beispiele für privat initiierte Stadterneuerung pries Baudezernent Bernd Streitberger das Projekt auf dem Areal der ehemaligen Lampenfabrik. Im Podiumsgespräch mit Vertretern der Investoren und Johannes Ralf Beines vom Amt des Stadtkonservators verblüffte Streitberger die Zuhörer allerdings mit der Feststellung: „Baurechtlich wäre dies hier alles zu verhindern gewesen.“ Doch gerade in der städtischen Bauverwaltung fanden die Investoren der „Vulkan Grundstücksgesellschaft mbH“ kongeniale Partner, als es darum ging, das Nutzungskonzept auch rechtlich abzusichern. Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft schließt sich nämlich in den meisten Fällen aus. Anders ausgedrückt: Das Baurecht will die Wohnenden vor Lärm der Arbeitenden schützen und umgekehrt die Arbeitenden vor möglichen Beschwerden der Wohnenden. „Wir haben gemeinsam Wege gefunden, um diese Interessen miteinander in Einklang zu bringen“, resümierte Streitberger, der nun hofft, dass vom „Vulkan“ eine Initialzündung in die nähere und weitere Umgebung ausgehen möge.

„Das typische kölsche Veedel war unser Vorbild“, beschrieb Thomas Walten, einer der Gesellschafter der Vulkan-GmbH. Räumliche und kommunikative Vernetzung, so Walten, zeichneten diese Viertel aus. Genau dies sollte hier entstehen, um optimale Bedingungen für kreatives Arbeiten zu schaffen.

Das Vorhaben scheint gelungen. „Der Vulkan“, wie Mitgesellschafter Klaus Hölz den Gewerbepark ehrfurchtsvoll nennt, ist nicht nur in drei Bauabschnitten fertig geworden, sondern auch nahezu komplett vermietet. Designer, Anwälte, Unternehmensberater, Filmschaffende und viele weitere bevölkern das Gelände. Sogar ein Weinhändler und eine freikirchliche Gemeinde haben ihre Räumlichkeiten Tür an Tür. „Gegenseitige Unterstützungen in Form von Tauschhandel sind hier an der Tagesordnung“, sagt Thomas Walten.

Je nach Geschmack, Raumbedarf und Geldbeutel residieren die Mieter in Backsteinbauten wie Turmhaus, Villa oder Torhaus im Jugendstil. Oder aber die Wahl fiel auf das Lichthaus im aufgearbeiteten Waschbeton-Stil der siebziger Jahre und schließlich das kürzlich fertig gestellte Terrassenhaus im modernen Look aus Terrakotta und Zink. Rund 23 Millionen Euro wurden in den Umbau der ehemaligen Leuchten-Fabrik investiert.

Für Denkmalpfleger Beines macht vor allem „die Seele alter Bauten“ die Atmosphäre des Geländes aus. „Neue Häuser müssen eine solche Seele erst noch bekommen.“

Die Entwicklung von „Vulkan.Köln“ hat der Journalist Frank Peter Jäger in einer reich illustrierten Dokumentation nachgezeichnet. Das Buch bietet auch Einblicke in die Industriegeschichte Ehrenfelds. Erhältlich ist es bei der Vulkan-Grundstücksgesellschaft.

 www.vulkan-koeln.de



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