Von RALF JOHNEN, 23.01.06, 07:12h
Gut 200 Mitarbeiter des Krankenhauses waren im Stadtzentrum zusammengekommen, um gegen diverse Missstände im Gesundheitswesen allgemein und konkret gegen die Arbeitsbedingungen in Siegburg zu demonstrieren. „Todesursache Geldmangel“, „Stellenabbau gefährdet Ihre Gesundheit“ oder „Nachts ist der Euro nur die Hälfte wert“, stand auf den Transparenten der Demonstranten zu lesen, mit denen die Mitarbeiter gegen den Abbau von Arbeitsplätzen, unbezahlte Überstunden, die Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie nicht gezahlte Nacht- und Sonntagszuschläge protestierten.
Wie Sylvia Bühler in ihrer Funktion als Verhandlungsführerin für den „verdi“-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen beklagte, sei die Ursache der Missstände in der Tatsache zu sehen, dass das Gesundheitswesen zunehmend in die Hände gewinnorientierter Großkonzerne falle. Hierdurch steige der Druck auf die Angestellten in nie da gewesene Dimensionen, während die Verantwortung in keinem Verhältnis mehr zur Bezahlung stehe. Diese Entwicklung allerdings beschränke sich nicht mehr nur auf Privatkliniken, sondern greife auch im öffentlichen Dienst in erschreckendem Maße um sich. So träten auch die Universitätskliniken im Lande immer mehr in die Fußstapfen der Gesundheitskonzerne.
Wie „verdi“ moniert, wurden allein in den vergangenen beiden Jahren zehn Prozent aller Stellen im Krankenhaus gestrichen. Laut Achim Teusch gefährdet dies inzwischen die reibungslose Versorgung der Patienten: „Wenn eine alte Frau ihr Essen nicht mehr alleine zu sich nehmen kann, wird das Tablett halt wieder abgeräumt. Pech gehabt!“ Diese Einstellung der renditeorientierten Konzerne seien jedoch die Mitarbeiter nicht mitzutragen bereit: „Wir lindern den Schmerz, wir geben den Krebskranken Hoffnung. Unsere Arbeit fordert Opferbereitschaft und Einsatz zu jeder Zeit.“ Das wolle man sich nicht wegrationalisieren lassen.
Neue Gefahren sieht Teusch vor allem darin, dass das Siegburger Krankenhaus im Oktober vergangen Jahres abermals den Besitzer gewechselt hat, nachdem die Helios-Kliniken an Fresenius verkauft wurden: „Dieser Konzern ist als besonders rücksichtslos bekannt.“ Mit vereinten Kräften wollen die Mitarbeiter nun ihre Interessen durchsetzen: „Ohne Streik wird es den Haustarifvertrag nicht wieder geben.“ Doch mit einer Rückkehr zu altem Recht sei es nicht getan: „Wir fordern sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Zeit von 2004 bis 2006 und die Einhaltung der 48-Stundenwoche für Regel- und Bereitschaftsarbeitszeit.“ Angesichts der Tatsache, dass Fresenius im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von einer Milliarde Euro gemacht habe, müsse dies auch möglich sein.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |