Erstellt 23.01.06, 21:38h
Athen - Das in der Türkei aufgetretene Vogelgrippe-Virus H5N1 ist offenbar weniger gefährlich als zunächst befürchtet. Türkische Ärzte sehen gute Überlebenschancen für infizierte Patienten - wenn sie früh genug behandelt werden.
Seit Jahresbeginn sind in der Türkei vier Patienten im Alter von elf bis 15 Jahren an der Vogelgrippe gestorben. Sie alle stammten aus Dogubayazit im Landes-Osten und hatten sich im engen Kontakt mit infizierten Hühnern angesteckt. Die Kinder hätten jedoch gerettet werden können, wenn sie früher in ärztliche Behandlung gekommen wären. Ärzte der Universitätsklinik im osttürkischen Van kritisierten, die Opfer seien so spät gebracht worden, dass man ihnen nicht mehr habe helfen können.
Mehrere andere mit dem Virus infizierte Kinder, die frühzeitig ins Krankenhaus gebracht wurden, konnten inzwischen als geheilt entlassen werden. In Ankara verließen jetzt zwei Geschwister, ein Fünfjähriger und sein zweijähriger Bruder, die Klinik. Auch das Universitätskrankenhaus in Van meldet gute Fortschritte bei der Genesung eines Fünfjährigen, der positiv auf das Virus getestet worden war. Von 21 Menschen, bei denen in der Türkei das Virus nachgewiesen wurde, gelten inzwischen acht als geheilt. „Nach meiner Meinung mutiert das Virus in einer Art, die für den Menschen günstig ist“, sagte der Chefarzt der Uniklinik Van, Hüseyin Sahin. (gh)
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