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Gegen die Trägheit

Von SUSANNE HENGESBACH, 24.01.06, 08:31h, aktualisiert 24.01.06, 08:32h

Bei Clifford Opuku-Afari hat man mit faulen Ausreden keine Chance. Vor allem dann nicht, wenn man sich vor Fitnesstrraining drücken will. Der 28-Jährige ist Mentaltrainer.

Bild: Knieps
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"Ich habe noch nie jemanden erlebt, der sich hinterher nicht gut gefühlt hätte", sagt Clifford Opuku-Afari. Der Mann ist Mentaltrainer.
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"Ich habe noch nie jemanden erlebt, der sich hinterher nicht gut gefühlt hätte", sagt Clifford Opuku-Afari. Der Mann ist Mentaltrainer.

Vielleicht sollte man bei einem Mann doch als erstes auf den Po schauen? Was meine jüngste Kaffee-Begegnung betrifft, hätte sich damit zumindest die Frage erübrigt, was einen Mann am Spätvormittag in Jogging-Klamotten in die Fußgängerzone treibt. Wo „pro Fitness“ auf dem Hintern steht, ist die Garderobenwahl vermutlich keine

ZWEI KAFFEE,

BITTE!

Frage von Bequemlichkeit oder Indifferenz vor dem Kleiderschrank, denke ich, was er mit einem Lächeln bestätigt. Clifford Opoku-Afari ist allerdings nicht nur ein Fitness-Fan und Fitness-Befürworter; sondern - wie ich seiner Erzählung entnehme - ein leibhaftiger Beweis, dass man jedem, auch dem Chips verseuchten Couch-Potato, Freude an Bewegung vermitteln kann. „Ich habe jedenfalls noch nie jemanden erlebt, der sich hinterher nicht gut gefühlt hätte“, sagt der 28-Jährige, der eben erst mit einem Kunden am Rhein joggen war.

Als Mentaltrainer und Ernährungsberater hat er gerade ein Buch über die „Diät-Katastrophe“ geschrieben, versteht sich aber dennoch weniger als Abnehm-Experte, sondern als jemand, der anderen hilft, körperliche Trägheit abzulegen. „Die Leute finden ja immer Gründe, weshalb Sport gerade bei ihnen nicht geht“, meint der Personal Trainer. Schuld seien stets die anderen. Der Chef, der Geschäftspartner, die Kinder, die morgens in die Schule gefahren werden wollen . . . „Darauf ruhen sich die Leute aus, um ja keine Eigenverantwortung entwickeln zu müssen.“

„Eigenverantwortung“, das ist ein Wort, bei dem sein sonst so freundlich klingender Ton auffallend an Schärfe gewinnt. „Für ein neues Auto werden Unsummen bezahlt. Die Leute blättern Tausende für den Urlaub hin, lassen wer weiß wie viel in der Kneipe oder für Zigaretten liegen, aber können sich angeblich kein Obst und Gemüse leisten?“

Wer Geld und Zeit investiere, um sich eine Wampe zuzulegen, „da steckt ja schließlich einiges an Kapital drin“, der dürfe es sich ruhig auch was kosten lassen, den Bauch wieder loszuwerden, findet er. Nur erlebe er selber ein ganz anderes Selbstverständnis. Sobald sich infolge Übergewicht und Bewegungsmangel ein gesundheitliches Problem ergebe, werde nach dem Arzt gerufen, der die Lösung liefern müsse. „Möglichst schnell, möglichst schmerzlos und natürlich auf Kosten der Kasse. Wir kümmern uns so lange nicht um uns, bis es uns richtig Scheiße geht. Und dann sollen es andere ausbaden. Das geht nicht. Man muss den Leuten beibringen, dass sie eine Eigenverantwortung für ihre Gesundheit haben.“



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