Von GERRIT KRIEGER, 24.01.06, 07:21h
Die Überlegung, den Wildpark Reuschenberg zu schließen, wie die Unternehmensberatung Kienbaum es im Rahmen ihres Sparpaketes vorgeschlagen hat, stößt auch weit über die Grenzen Leverkusens hinaus auf Ablehnung. Neben zahlreichen Bürgern aus Leverkusen und umliegenden Städten, die sich mit ihrer Unterschrift gegen die Schließung aussprachen, hat sich nun auch Horst Niesters, Mitbesitzer der Greifvogelstation im Wildgehege Hellenthal, zu Wort gemeldet.
In einem öffentlichen Brief an Oberbürgermeister Ernst Küchler hebt Niesters, Experte für Greifvögel und in der Vergangenheit 15 Jahre lang Geschäftsführer des Deutschen Wildgehege-Verbandes, den „nicht zu unterschätzenden pädagogischen Wert“ des Geländes hervor, das er nach eigenen Angaben zweimal besuchte. Einrichtungen wie der Wildpark Reuschenberg, von dessen Besucherzahlen man anderswo „träume“, seien unter anderem von Bedeutung, um „unsere Jugend für die Erhaltung von Fauna und Flora zu sensibilisieren“.
Niesters, der anbietet, „mit Rat und Tat zur Verfügung“ zu stehen, gibt sich überzeugt, dass es möglich sei, den Park zu retten. In diesem Sinne schlägt er die Errichtung eines Kiosks vor, in dem Tierfutter und Souvenirs, wie er schreibt, mit Gewinn verkauft werden könnten, und von wo aus auch der Eintritt kassiert werden könnte, so dass die damit verbundenen Personalkosten eingespart werden könnten. Zusätzlich, schlägt er vor, könnten ornithologische Vereinigungen gebeten werde, ihre Exkursionen in den Wildpark zu verlegen. Auch die Jägerschaft könnte dort, so Niesters weiter, Informationstage abhalten.
Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen Leverkusen hat sich unterdessen mit einem neuen Antrag zum Thema an Küchler gewandt. Darin fordert sie, den Wildtierbestand im Park „auf natürliche Art aussterben“ zu lassen und für die Haus- und Nutztiere „ein Konzept in Richtung Streichelzoo auf dem Gelände des Wildparks oder an anderer Stelle in Leverkusen“ zu erstellen. Die im Park lebenden Wildtiere, heißt es in der Begründung, könnten nicht an andere Zoos vermittelt werden. Insofern müsse gewährleistet sein, dass sie den Rest ihres Lebens im Wildpark verbringen könnten. Eine Vermehrung müsse dabei natürlich verhindert werden. Die Haus- und Nutztiere, heißt es weiter, sollten dagegen als „Attraktion für Kinder und Eltern in Leverkusen erreich- und erlebbar“ bleiben.
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