Von THOMAS ESCH, 25.01.06, 07:22h
„Hier wird wieder ein Fass aufgemacht, um die Leute zu verunsichern.“ Ziemlich sauer kommentierte der Vorsitzende des Fördervereins Wildpark Reuschenberg, Frank Arentz, die Stellungnahme der Stadtverwaltung im Bauausschuss am Montagabend: Der Tierpark verstoße möglicherweise gegen die EG-Zoorichtlinie. Daher, so die Verwaltung, bestehe seit Oktober auch nur eine vorläufige Genehmigung zum Betrieb.
Das Grünflächenamt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Wildpark fällt, hat dagegen Einspruch erhoben. Der liegt mittlerweile beim Regierungspräsidenten. Und offensichtlich tut sich in der Sache nichts, so lange die Politik nicht entschieden hat, ob sie den Park schließen will oder nicht. Der Bauausschuss hat die Angelegenheit vertagt. Nun soll bis zur Finanzausschuss-Sitzung am 13. Februar geklärt werden, ob es tatsächlich Auflagen gibt, die Mehrkosten verursachen.
„Das sind doch alles nur Kleinigkeiten“, so Frank Arentz, der von vielen Politikern unterstützt wird. Er wundert sich über die Verfahrensweise, dass der Fachbereich Umwelt auf penible Einhaltung besagter Richtlinie pocht, beispielsweise fordert, dass Vierbeiner mit Marken am Ohr gekennzeichnet werden. „Das gilt doch nur für Tiere, die in den Ernährungskreislauf kommen“, schildert Arentz seine Sicht der Dinge, „und da fallen ja wohl unsere Esel und Ziegen nicht drunter“.
Probleme könnte bereiten, dass es einen Ratsbeschluss gibt, der ein Eintrittsgeld für den Wildpark vorsieht: einen Euro für Erwachsene, Kinder die Hälfte. Dieser Beschluss vom 16. Februar 2004 wurde bislang nicht umgesetzt. Darauf weist die Stadt in ihrer umfangreichen Stellungnahme ausdrücklich hin. Arentz hatte wiederholt erklärt, das sei ein möglicher Weg, aber es gebe auch andere. Dennoch: Ratsbeschluss bleibt Ratsbeschluss.
Der Förderverein weiß sich der Sympathie der meisten Politiker sicher. Wütend ist Arentz auf Bündnis 90 / Die Grünen, die eine „auslaufende Auflösung“ des Wildparks vorgeschlagen haben, die Tiere „auf natürliche Art aussterben“ zu lassen. „Das ist grotesk und Zynismus hoch drei“, so Arentz, der sich wundert, dass ausgerechnet die „Öko-Partei“ einen solchen Vorstoß macht. Und er fügt hinzu: „Die sollen mir mal vormachen, wie man Tieren verbieten will, sich fortzupflanzen.“
Gute Nachrichten, so Arentz, gebe es aus der Sponsoren-Riege, die mittlerweile ihre Beiträge um 20 Prozent erhöht hätten. Und auch die Spenden flössen auf das mittlerweile eingerichtete Konto. Wer dazu Fragen hat, möge sich an ihn wenden: 0172 / 299 84 01.
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