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Zoo ist großen Familien zu teuer

Von HELMUT FRANGENBERG, 30.01.06, 07:23h

Warum gehen viele Türken nicht in den Zoo? Eine Studie der Universität sollte nach kulturellen Hemmnissen suchen. Zwei Studentinnen haben die Befragungen ausgewertet.

Bild: Kölner Zoo
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Flusspferd-Mutter Jenny mit ihren Nachwuchs Luambe.
Bild: Kölner Zoo
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Flusspferd-Mutter Jenny mit ihren Nachwuchs Luambe.
Warum gehen viele Türken nicht in den Zoo? Zwei Studentinnen haben Befragungen ausgewertet.

Türkische Familien gehen seltener in den Zoo als deutsche Familien. Der Zoo wollte wissen, ob es kulturelle Hemmnisse dafür gibt. Eine Vermutung, die jetzt zwei Studentinnen der Universität in einer wissenschaftlichen Arbeit widerlegt haben. Es scheint schlicht der Eintrittspreis, der viele Familien abschreckt. Außerdem vermissen türkischstämmige Familien kommunikative Elemente im Zoo.

Das Zusammensein mit der Familie nehme bei den Kölnern mit einem türkischen Migrationshintergrund eine zentrale Rolle ein, so die Studie. Weil oft beide Eltern arbeiten, ist die Zeit für die gemeinsame Freizeitgestaltung knapp und konzentriert sich auf das Wochenende. Wenn dann die Familie etwas gemeinsam unternehme, entscheide man sich sehr bewusst: Man treffe sich zum Grillen im Park, weil dabei der wichtigste Anspruch - das Beisammensein und die damit verbundene Kommunikation - erfüllt werde. Entscheide man sich für eine gemeinsame Unternehmung, überlege man sehr genau, was man für die in der Regel hohen Kosten durch Eintrittspreise und Verpflegung für eine großen Familie bekomme. „Da gehen türkische Familien lieber ins Phantasialand als in den Zoo“, sagt Wolf-Dieter Bukow, der für die Forschungsstelle für Interkulturelle Studien die Arbeit von Rebecca Müller und Kristina Franck betreute.

Die beiden angehenden Lehrerinnen haben zahlreiche Befragungen in und außerhalb des Zoos durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass auch unter türkischen und türkisch-stämmigen Familien der Zoo ein außerordentlich positives Image hat. Desinteresse, das mit einem anderen Umgang mit Tieren in der Türkei zu tun haben könnte, habe man allenfalls bei Migranten der ersten Generation festgestellt. „Von keinem Befragten wurde die vermutete These des Zoos bestätigt, dass Personen mit türkischem Migrationshintergrund nicht kommen, da sie kulturbedingt eine andere Einstellung zum Tier hätten“, so Bukow.

Immer wieder sei dagegen der finanzielle Aspekt in den Vordergrund gestellt worden. Dabei trifft viele türkische Familie wegen ihrer Größe das Fehlen einer Familienkarte, die es in zahlreichen anderen deutschen Zoos gibt, besonders: So zahlen Eltern, die mit drei Kindern in den Zoo wollen und am Montag („Zootag“) keine Zeit haben, satte 42 Euro Eintritt. Das ist doppelt so viel wie zum Beispiel in Duisburg (siehe „Bundesweit im Mittelfeld“). „Es wäre gut, wenn es einen Bonus für große Familien gebe“, sagt Bukow. Das würde nicht nur mehr Besucher locken, sondern auch helfen, dem bildungspolitischen Auftrag des Zoos gerecht zu werden. Die Studie schlägt weiter vor, einen mehrsprachigen Flyer als Zooführer anzubieten und die offenbar nicht ganz vorurteilsfreien Materialen der Zooschule zu überarbeiten.



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