Von MARIA WADENPOHL, 08.02.06, 07:21h
Die erste Runde hat er bereits hinter sich. Für die zweite wartet er noch auf Post vom Kieler Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), das ihm Bescheid gibt, ob er weiterkommt. Für sein Interesse an der Chemie wurde er derweil schon belohnt. Gemeinsam mit 19 anderen Schülerinnen und Schülern aus Nordrhein-Westfalen nahm er an einem viertägigen Trainings-Seminar im Ausbildungszentrum von Lanxess in Leverkusen teil. So soll das bisherige Wissen der Olympia-Teilnehmer vertieft und die Möglichkeit zur praktischen Arbeit im Labor ermöglicht werden.
Nah an der Praxis
Das Programm, das neben der „Chemie-Nachhilfe“ auch Ausflüge nach Köln und einen Theaterbesuch umfasst, hat Elke Schumacher, Leverkusener Studiendirektorin und Landesbeauftragte für die Chemie-Olympiade, gemeinsam mit der Ausbildungsabteilung im Chemiepark sowie Studenten des „Fördervereins Chemie-Olympiade“ organisiert. Gestern war aber Laborarbeit fällig, die Kühbach laut seines Betreuers Sebastian Maaß mit Bravour meisterte. Die Aufgabe: Acetanilid, ein Zwischenprodukt für die Arzneimittelherstellung, umweltgerecht und möglichst kostengünstig herstellen. „Es ist schon etwas anderes, so nah an der Praxis zu arbeiten“, freute sich Kühbach. Während des Seminars habe es auch Gelegenheit gegeben, sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und über Dinge zu reden, die über die Schulchemie hinaus gehen.
In der Schule mache man sich mit etwas spezielleren Fragen eher unbeliebt, gibt er zu. „Für viele ist es eben ein Hass-Fach. Nur wenige können die Begeisterung für Chemie nachvollziehen.“ Dabei sei Chemie, neben Physik übrigens sein zweites Leistungskurs-Fach, seiner Ansicht nach spannend. „Weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt und vieles nicht vorhersehbar ist. Man weiß eben nicht, ob wirklich die Reaktion auftritt, die erwartet wird.“ Vorbereitung sei bei der Chemie-Olympiade allerdings unmöglich. „Die Aufgabenstellungen sind zu speziell“, erklärt er. Ob er es zunächst in die nationale Runde schafft, kann er nicht abschätzen. „Das kommt auch immer darauf an, wie gut die anderen sind.“ Aber auch, wenn es nichts wird, steckt der 19-Jährige nicht den Kopf in den Sand. Sich mit Freunden treffen, laufen, Video-Bearbeitung, Computer und Drachensteigen sind seine anderen Hobbies. „Chemie ist eben nicht alles“, lächelt er.
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