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„Die Hilfskette für Pakistan steht“

Von JOACHIM FRANK, 08.02.06, 07:00h

Die Unicef-Vorsitzende Heide Simonis im Gespräch mit Hedwig Neven DuMont. Die frühere Ministerpräsidentin berichtet über Lage im Erdbebengebiet.

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Die Chefin von Unicef Deutschland, Heide Simonis (r.), und die Vorsitzende der Aktion „wir helfen“, Hedwig Neven DuMont BILD: RAKOCZY
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Die Chefin von Unicef Deutschland, Heide Simonis (r.), und die Vorsitzende der Aktion „wir helfen“, Hedwig Neven DuMont BILD: RAKOCZY
Frühere Ministerpräsidentin berichtet über Lage im Erdbebengebiet.

Köln - „Das wird ein Fulltime-Job“, sagt Heide Simonis und strahlt. Ihr neues Ehrenamt, der Vorsitz von Unicef Deutschland, macht der früheren Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein sichtlich Freude. Und das nicht nur, weil sie - wie am kommenden Montag auf der Gala „Cinema for Peace“ in Berlin - neben Filmstars wie George Clooney oder Dustin Hoffman sitzt („Wann trifft man die sonst schon?“). Vielmehr weiß sich die SPD-Politikerin in ihrem Einsatz für Kinder getragen von breiter öffentlicher Unterstützung. So haben die Deutschen dem UN-Kinderhilfswerk allein zur Hilfe für die Opfer des Erdbebens in Pakistan 18,3 Millionen Euro gespendet.

In der vorigen Woche besuchte Simonis das Notstandsgebiet, speziell ein Lager in Musafarrabad, der Hauptstadt der nordpakistanischen Kaschmir-Region. Insgesamt betreut Unicef dort vier Camps. Ihre Eindrücke schilderte Simonis während eines Besuchs bei Hedwig Neven DuMont, der Vorsitzenden der Aktion „wir helfen“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“, im Neven DuMont Haus: „Wir haben die Katastrophe nach der Katastrophe verhindert.“ Noch immer fällt die Temperatur nachts auf minus 18 Grad. Tagsüber dagegen verwandelt die Sonne die gefrorene Erde in Matsch. Mehr als eine Million Decken und 1,5 Millionen Kleiderpakete seien an die Not leidenden Menschen verteilt worden. Simonis wusste von rührenden Szenen zu berichten: „Ein Mädchen hat in ihrem Kleiderpaket pinkfarbene Stiefel gefunden - die Freude können Sie sich gar nicht vorstellen.“ Überdies erhielten die Kinder unterdessen Schulunterricht, so Simonis. „Die Hilfskette steht.“ Die größte Herausforderung sei, sie auch aufrechtzuerhalten, wenn das öffentliche Augenmerk nicht mehr auf Pakistan gerichtet sei. Die Regierung in Islamabad rechne damit, dass die Menschen zwei Jahre in den Lagern bleiben müssten. Internationale Helfer sprechen von fünf oder gar zehn Jahren.

Hedwig Neven DuMont lobte das Engagement von Unicef und die Hilfsbereitschaft. „Die Deutschen sind immer noch großmütige Spender.“ Die Sorge um Kinder in den Elendsgebieten und um hilfsbedürftige Kinder in Deutschland, denen sich „wir helfen“ verpflichtet weiß, seien zwei Seiten der gleichen Medaille. „Wir müssen hier wie dort helfen - uns geht es um alle Kinder.“

Im Jahr 2006, dem 60. seines Bestehens, will das UN-Kinderhilfswerk zwei Kampagnen-Schwerpunkte setzen: Schulen für Afrika und den Kampf gegen Aids. Nach den Worten von Unicef-Sprecher Dieter Pool leben weltweit 15 Millionen Aids-Waisen, davon 13,5 Millionen in Afrika. Durch den Tod der Eltern sind die Kinder nicht nur familiär und sozial entwurzelt, sondern auch abgeschnitten vom Erfahrungswissen der älteren Generation. Gerade hier will Unicef mit Bildungsprogrammen ansetzen.



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