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Sentimentaler Abschied

Von Frank Sawatzki, 14.02.06, 06:45h

Im Jubiläumsheft zum 25-jährigen Bestehen der Kölner Musikzeitschrift „Spex“ konnte man noch einmal den Odem der wunderbaren weiten Welt erhaschen.

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Frank Sawatzki über den Weggang der Musikzeitschrift Spex
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Frank Sawatzki über den Weggang der Musikzeitschrift Spex
Im Jubiläumsheft zum 25-jährigen Bestehen der Kölner Musikzeitschrift „Spex“ konnte man noch einmal den Odem der wunderbaren weiten Welt erhaschen. „Spex“ war das erste Blatt in Deutschland, das sich mit einer exquisiten Geschichte den frühen Inszenierungen einer Nachwuchssängerin namens Madonna widmete (1983), Wolfgang Tillmans fotografierte Damon Albarn von Blur halb nackt unter der Dusche (1995), Diedrich Diederichsen erläuterte die wechselnden Zusammenhänge zwischen Pop und Politik (immer wieder).

In der „Spex“ waren ein paar Jahre lang Storys zu lesen, die sonst keiner hatte in Deutschland. Bei einer Auflage von zuletzt knapp 20 000 Exemplaren konvergierte aber auch der ehemalige Außenposten der Pop-Avantgarde sanft zum Hauptstrom der Plattenindustriemagazine. Da trifft es sich sozusagen, dass die „Spex“ dem Mainstream nach Berlin folgen wird. Im Juni soll der Umzug an die Spree stattfinden. Es hätte uns gewundert, wenn die Redaktion dem Ortswechsel so etwas wie Hauptstadt-Hysterie hätte entlocken können.

In Wirklichkeit geht es Verleger Alexander Lacher (Piranha Media) um die Nutzung von Synergien bei der Produktion des in Berlin verlegten Magazins für elektronische Musik: „Groove“. „Sentimentale Gründe sprechen sicher gegen den Umzug“, sagt „Spex“-Chefredakteur Uwe Viehmann. „Geschichte, »Spex«-Tradition in der Stadt, Kölsch und der FC.“ So rührselig ging's beim Abzug der Popkomm aus Köln nach Berlin nicht zu. Mit etwas Glück geht Köln auch diesmal lediglich eine weitere Ortsmarke im kulturellen Alltag verloren. Erdrutsch oder Runderneuerung? Dazwischen ist ein schmaler Grat. Wir werden davon lesen, hier in Köln.



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