Von Frank Sawatzki, 14.02.06, 06:45h
In der „Spex“ waren ein paar Jahre lang Storys zu lesen, die sonst keiner hatte in Deutschland. Bei einer Auflage von zuletzt knapp 20 000 Exemplaren konvergierte aber auch der ehemalige Außenposten der Pop-Avantgarde sanft zum Hauptstrom der Plattenindustriemagazine. Da trifft es sich sozusagen, dass die „Spex“ dem Mainstream nach Berlin folgen wird. Im Juni soll der Umzug an die Spree stattfinden. Es hätte uns gewundert, wenn die Redaktion dem Ortswechsel so etwas wie Hauptstadt-Hysterie hätte entlocken können.
In Wirklichkeit geht es Verleger Alexander Lacher (Piranha Media) um die Nutzung von Synergien bei der Produktion des in Berlin verlegten Magazins für elektronische Musik: „Groove“. „Sentimentale Gründe sprechen sicher gegen den Umzug“, sagt „Spex“-Chefredakteur Uwe Viehmann. „Geschichte, »Spex«-Tradition in der Stadt, Kölsch und der FC.“ So rührselig ging's beim Abzug der Popkomm aus Köln nach Berlin nicht zu. Mit etwas Glück geht Köln auch diesmal lediglich eine weitere Ortsmarke im kulturellen Alltag verloren. Erdrutsch oder Runderneuerung? Dazwischen ist ein schmaler Grat. Wir werden davon lesen, hier in Köln.
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