Erstellt 02.02.06, 14:12h
Es sei "kein Zeichen von Zivilisiertheit", eine das Göttliche symbolisierende Figur etwa "als Terrorist oder Frauenheld" zu verunglimpfen. Zwar sei die Meinungs- und Pressefreiheit gerade im europäischen Raum ein hohes geschütztes Gut, doch müsse sie "auch die religiösen Gefühle anderer respektieren", betonte Elyas.
Er versicherte zugleich, dass es aus Sicht des Islam kein großes Problem sei, wenn der Prophet bildlich als Menschenfigur dargestellt werde. Es gebe aber Grenzen, "die auch dann nicht überschritten werden sollten, wenn sie nicht gesetzlich festgeschrieben" seien.
Elyas erinnerte daran, dass auch muslimische Bürger in Pakistan und Bangladesch in der Vergangenheit gegen den Kinofilm "Die letzte Versuchung Christi" protestiert hätten. "Eine zivilisierte Gesellschaft muss sich mit den Grenzen der Freiheit auseinandersetzen. Eine grenzenlose Freiheit ist nicht vorteilhaft", betonte der Zentralrats-Vorsitzende. Religion und Gottesfrage müssten "als ein unantastbares Gut betrachtet werden".
Elyas verurteilte allerdings auch überzogene Reaktionen auf die Veröffentlichung der Karikaturen. "Gewalt oder Aufrufe zur Gewalt als Reaktion auf eine verwerfliche Aktion sind ebenso zu verurteilen", betonte er. Die Reaktion müsse sich auf die Kritik an der "Verletzung religiöser Gefühle" beschränken. (ddp)
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