Von MARIA WADENPOHL, 17.02.06, 07:21h
Charlotte und Tarzan waren zu Lebzeiten sehr aktive Fischotter. Während Charlotte 36 Junge zur Welt brachte, ging Tarzan europaweit auf Reisen, um andere Weibchen mit Nachwuchs zu beglücken. Beider zu Hause war allerdings in Leverkusen - der Wildpark Reuschenberg, um genau zu sein. Wer Charlotte und Tarzan besuchen will, findet sie in den Wiesdorfer Luminaden.
Nach der Diskussion um den Erhalt des Tierparks wollen Klaus Kretzschmar und Frank Arentz mit einer Ausstellung von Tierpräparaten im ehemaligen Modehaus Böhme für eine noch größere Präsenz des Parks im Bewusstsein der Leverkusener sorgen. Dabei werden sie von Modehaus-Inhaber Manfred Hermanns unterstützt. Fuchs, Mauswiesel, Wanderfalke, Rothuhn und andere Tiere können nun von Passanten in den Schaufenstern der City begutachtet werden. Außerdem weisen Informationstafeln auf die Aktivitäten des Wildparks in Sachen Artenschutz hin. Kretzschmar: „Die Leute kommen zwar zu uns und beobachten die Tiere. Sie wissen aber nicht, dass wir mit verschiedenen Artenschutz-Organisationen zusammenarbeiten.“
So beteilige sich der Tierpark an Zuchtprojekten für Europäische Fischotter, den Schwarzstorch, Europäische Wildkatzen, den Europäischen Uhu, die Zwerg- und die Schleiereule, das Auer- und das Haselhuhn sowie die Klippentaube. Absoluter Hingucker im Schaufenster ist allerdings ein Braunbär, der vor vielen Jahren im Wildpark zu Hause war.
Die Zukunft der Einrichtung scheint zunächst gesichert. Nachdem die Pläne der Unternehmensberatung Kienbaum vorsahen, die städtischen Zuschüsse bis 2010 gänzlich zu streichen, hat sich die Mehrheit der Ratsfraktionen nun für den Wildpark stark gemacht. Folgt der Rat am Montag der Empfehlung des Finanzausschusses, arbeitet künftig eine Kommission an einer schrittweisen Reduzierung der städtischen Zuschüsse. Diese soll wahrscheinlich durch Eintrittsgelder und einen Kiosk im Park aufgefangen werden. Über die Unterstützung, nicht nur von politischer Seite, freute sich Kretzschmar. Sogar im Kölner Zoo seien rund 700 Unterschriften für den Erhalt des Wildparks gesammelt worden. „Davon haben wir gar nichts gewusst.“ Insgesamt haben sich rund 4000 Menschen auf den Listen verewigt.
„Wir wollen aber nicht, dass es jetzt wieder ruhig wird um den Park und sich erst wieder alle kümmern, wenn die Lage ernst ist“, so Arentz. Deshalb müsse der Park im Gespräch bleiben. Ergebe sich die Möglichkeit in Opladen oder Schlebusch, soll die kleine Ausstellung auch dorthin wandern. Und natürlich hofft der Vorsitzende des Förderkreises auf private Spenden.
Immerhin: Der Raiffeisen-Erzeugergroßmarkt wolle verstärkt Futtermittelkosten übernehmen, und ein Unternehmen habe ebenfalls finanzielle Unterstützung für die kommenden fünf Jahre angekündigt. Darüber hinaus spielt der Förderkreis mit dem Gedanken, ein Picknick für Schulklassen oder Kindergärten im Park anzubieten. Weitere Informationen zur Einrichtung gibt es im Internet.
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