Erstellt 23.02.06, 11:17h, aktualisiert 23.02.06, 13:49h
"Die Bedeutung hat sich erheblich gesteigert durch die weltpolitische Lage", sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Auch Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer betonte, mit der Strafzumessung sei ein "deutliches Zeichen nach außen gesetzt worden." Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die islamische Republik Iran hatte sich im Vorfeld des Prozesses in einer offiziellen Note an das Auswärtige Amt in Berlin gewandt und scharf gegen die Verunglimpfung des Koran protestiert.
Der 61-Jährige wird wegen der Provokation seit Wochen massiv bedroht und fürchtet um sein Leben. Die Polizei Coesfeld gewährt ihm Personenschutz. Er selbst hatte vor Gericht angegeben, mündlich und schriftlich mehrere Morddrohungen erhalten zu haben. Außerdem habe er Munition für Schusswaffen in seinem Briefkasten gefunden. "Ich habe seit Wochen kaum noch geschlafen", sagte der Angeklagte.
Der Mann hatte die Aktion nach eigenem Bekunden im Umfeld der islamistisch begründeten Attentate auf U-Bahnen und Autobusse in London sowie des Mordes an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im November 2004 begangen. Er wollte nach eigenen Angaben ein Mahnmal für Opfer des islamistischen Terrors finanzieren. Er schickte das Papier, gemeinsam mit einem Pamphlet, in dem er den Koran als "Kochbuch für islamistische Terroristen" bezeichnete, an mehrere Fernsehsender sowie an 22 Moscheen und islamische Kulturvereine.
Zunächst hatte er angegeben, nur der verlängerte Arm eines Kreises von Kunststudenten gewesen zu sein. Diese Behauptung erneuerte er jedoch nicht, nachdem sich Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf ein mögliches Strafmaß geeinigt hatten. Er drückte stattdessen sein Bedauern über die Tat aus und beteuerte, sich über die Strafbarkeit seines Tuns nicht im Klaren gewesen zu sein. Oberstaatsanwalt Schweer sagte nach dem Urteil, das Geständnis sei nur "unter dem Druck der Beweisaufnahme" zu Stande gekommen.
Richter Krumm sprach von einer "erheblichen Verblendung" bei dem 61-Jährigen. Der wegen anderer Delikte mehrfach vorbestrafte Mann hatte nach eigener Darstellung rund 15 Jahre in islamischen Ländern wie Irak, Saudi-Arabien und Kuwait gelebt und in dieser Zeit offenbar eine starke Antipathie zum Islam aufgebaut. "Die Aktion deckt sich weitgehend mit meiner innerlichen Meinung", sagte er auf der Anklagebank.
(dpa)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |