Von DORIS RICHTER, 03.03.06, 07:12h
Frechen - Eine Solarpartnerschaft mit Schülern, die sich für den Einsatz erneuerbarer Energie in Madagaskar und in Europa engagieren, verbirgt sich hinter dem Projekt „Power to Madagaskar“. Die Idee dazu hatten Schüler des Gymnasiums Frechen, die dieses Projekt auf der Didacta in Hannover vorstellten. Bianca Müller, Franziska Kuntz, Michel Vielmetter und Thomas Trierscheidt aus der zehnten Klasse zeigten am Stand der Firma Apple Computer, wo in dem Dorf Andalamengoke mit einer kleinen Schule auf Madagaskar „der Hammer hängt“, berichtete Studiendirekor Paul Feltes. Er leitet das Projekt am Gymnasium Frechen und begleitete die Schüler zur Messe. „Dinge zur Grundversorgung und Existenzsicherung der Menschen, die für uns hier selbstverständlich sind, fehlen der Schule und dem Dorf.“
Unterstützt wurden sie bei ihrer Präsentation von dem Physiker und Ökologen Romain Rabearisoa. Für die Probleme rund um die Themen Elektrizität und Beleuchtung oder in Bezug auf einen Brunnen zur Bewässerung eines Wiederaufforstungsprogramms auf dem Schulgelände soll die Solarpartnerschaft Ideen liefern. „Ganz schwierig gestaltet sich noch die Kommunikation, denn es gibt in Andalamengoke zur Zeit keine Post, kein Telefon oder gar Internet“, berichtet Feltes. Dagegen verfüge das Gymnasium Frechen über ein internet-basiertes Labor - CoPhyLab - , gesponsert von der Firma Apple, das zur weltweiten Präsentation und zur Kooperation auch bei der Solarpartnerschaft genutzt werde.
Dabei geht es um den Bildungs- und Technologietransfer zwischen Europa und Afrika, erläuterte Feltes. „In den ersten Monaten hat sich »Power to Madagaskar« zu einer Schulpartnerschaft entwickelt, die ihre Spannung aus der so andersartigen Lebenswelt nimmt, in die wir eingetaucht sind.“ Für die Projektidee wurde das Gymnasium Frechen als eine von sechs Schulen nach einer bundesweiten Ausschreibung als „Klimabündnisschule 2005“ ausgezeichnet.
Madagaskar habe eine besondere Artenvielfalt und biete aufgrund seiner Lage geographisch und klimatisch interessante Aspekte für den Biologie- und Erdkundeunterricht. Die Herausforderung einer ausreichenden Energieversorgung der Menschen, verbunden mit den Problemen der Abholzung und des Klimaschutzes, können die Schüler bei diesem Projekt am Beispiel der Situation der Dorfschule erfahren.
Präsentiert wurden in Hannover auch Solarautomodelle, die von Schülern in einer speziellen Unterrichtsreihe selbst gebaut und künstlerisch gestaltet wurden. Auch die Schülerfirma „Sunworker“ des Gymnasiums, die seit drei Jahren besteht und den Schwerpunkt Umwelttechnik hat, ist mit von der Partie. Sie will nun auch Produkte für den Einsatz in Afrika entwickeln - zum Beispiel Solarradios.
In Frechen wird das Gymnasium seine Solarpartnerschaft gemeinsam mit Romain Rabearisoa am 10. März öffentlich vorstellen.
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