Erstellt 06.03.06, 08:13h
Um gegen den Abbruch des Barmer Viertels zu protestieren, haben rund 50 Menschen am Samstag in Deutz mehrere Häuser besetzt. Nach Polizeiauskünften handelt es sich um ein Haus in der Lenneper Straße und eines an der Deutz-Mülheimer Straße. Die Männer und Frauen hätten am Samstagabend eine Kellertüre im Hinterhof aufgebrochen und seien so in die Häuser gelangt, sagte ein Polizeisprecher.
An den Außenwänden hängten sie Plakate auf. Der Kölner Erbbauverein als Eigentümer der Häuser habe bereits Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt, sagte der Polizeisprecher. Die Eigentümer wollten jedoch vorerst nichts gegen die Besetzung unternehmen, sondern die Angelegenheit auf dem rechtlichen Weg klären. Die Polizei werde sich erst einschalten, „wenn zum Beispiel konkrete Straftaten vorliegen oder es eine Räumungsklage gibt, das heißt, wenn der Abbruch unmittelbar bevorsteht und die Personen die Häuser nicht freiwillig verlassen“.
Hintergrund der Hausbesetzung ist ein seit langem währender Streit um die Häuser im Barmer Viertel. Im Jahr 2000 beschloss der Stadtrat, das Viertel abzureißen und das Gelände umzugestalten. Ursprünglich sollten Hotels und Bürohochhäuser entstehen, doch aus den Plänen wurde nichts: Ende vorigen Jahres zog der Rat den Bebauungsplan für das Areal zurück. Was dort entstehen wird, ist ungewiss. Der Abbruch der rund 380 Wohnungen beginnt voraussichtlich noch im März. (cho)
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