Von MICHAEL THALKEN, 09.03.06, 07:15h
„Die Grube macht keinen Krach und ist völlig unproblematisch“, bekräftigte der Antweiler Ortsvorsteher Hermann-Josef Krest (CDU) die Unbedenklichkeit der geplanten Erweiterung. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (CDU) erinnerte zudem daran, dass man bei fünf Millionen Arbeitslosen auch an den Erhalt von Arbeitsplätzen denken müsse.
Winfried Simons (UWV) stimmte in die allgemeine Befürwortung des Vergrößerungsvorhabens jedoch nicht ein. Er verlangte, dass man ein besonderes Auge auf die starken Straßenverschmutzungen, die durch den Lastwagenverkehr der Firma Lasko hervorgerufen würden, sowie auf die Lärm- und Staubentwicklung haben müsse. „Wenn ein weiterer Unfall aufgrund verdreckter Straßen geschieht, werden wir auch über eine Anzeige nachdenken“, so Simons sinngemäß.
Helmut Güttler (SPD) konterte, dass Simons die Grube Bocksloch mit der Grube Stein bei Lessenich verwechsle.
Bereits im Vorfeld hatte das am Sitzungstermin verhinderte Ratsmitglied Michael Wolfgarten (UWV), Ortsvorsteher von Lessenich, den „Kölner Stadt-Anzeiger“ darauf hingewiesen, dass die gesamten Abbaumaßnahmen im Bereich Antweiler / Lessenich nicht geeignet erschienen, „eine differenzierte Betrachtungsweise vorzunehmen.“ Wolfgarten schlug vielmehr vor, dass die jetzt beantragte Erweiterung in eine Gesamtbetrachtung mit einbezogen werde.
„In den letzten fünf Jahren haben die Abbauflächen derartige Ausmaße erreicht, dass sie an die Grenze dessen stoßen, was von der Bevölkerung, die teilweise in unmittelbarer Nähe wohnt, überhaupt noch akzeptiert wird“, so Wolfgarten. Nicht umsonst werde darauf im jüngst verabschiedeten Flächennutzungsplan der Stadt mit aller Deutlichkeit hingewiesen. „Ständig kommt es zu Grubenerweiterungen, ohne dass an anderer Stelle ein gewisser Ausgleich geschaffen wird“, beschwerte sich der Lessenicher. So liege die Grube Stein in einem Landschaftsschutzgebiet. Eine Befreiung von den Vorschriften des Landschaftsschutzes sei nur mit der Auflage erteilt worden, nach dem Abbau landschaftspflegerisch tätig zu werden.
„Hiervon ist nichts zu erkennen“, so Wolfgarten. Der Tonabbau gehe zulasten eines Teils der Bevölkerung. Eine Akzeptanzverbesserung werde bei den Anwohnern sicherlich nicht dadurch erreicht, dass man Kritik und Beschwerden einfach ignoriere.
Zwar stünde außer Frage, dass Ton ein wichtiger Rohstoff für bestimmte Industriezweige darstelle. Es werde auch nicht angezweifelt, dass bei der Gewinnung von Ton gewisse Eingriffe in die Umwelt erforderlich seien und es so zwangsläufig zu Beeinträchtigungen für Mensch und Natur komme. „In Anbetracht der immer größer werdenden Abbauflächen muss jedoch auch eine kritische Betrachtungsweise erlaubt sein“, so Michael Wolfgarten. Im Haupt- und Finanzausschuss war der Ortsvorsteher bereits mit seinem Antrag gescheitert, die Stadt möge die Genehmigung zur Abgrabung eines Wirtschaftsweges nur mit der Auflage erteilen, dass der Weg zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder hergestellt sein müsse.
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