Von JAN W. BRÜGELMANN, 14.03.06, 07:00h
John Crewdson, Autor der „Chicago Tribune“, schrieb in seinem Artikel, dass die Enttarnung der rund 2600 CIA-Angehörigen schon etwas komplexer gelaufen sei als eine simple Google-Anfrage, aber dass sie von jedem hätte geleistet werden können, der sich mit Internet-Recherchen in öffentlich zugänglichen Datenbanken auskenne.
Die Zeitung verzichtete auf die Veröffentlichung der ermittelten Namen, gewährte aber einen kleinen Einblick in ihre Vorgehensweise. Die „Farm“ nennen CIA-Leute ein streng geheimes Trainingszentrum des Geheimdienstes nahe Camp Peary im Bundesstaat Virginia. Einen Recherchevorgang mit dem Begriff „Camp Peary“, so schreibt Crewdson, habe rasch sowohl Namen von als auch andere Einzelheiten zu 26 Personen ermitteln lassen, die den Daten zufolge in der „Farm“ beschäftigt seien. In Datenbanken der US-Zivilluftfahrt hätten sich Informationen zu Flugbewegungen auf dem kleinen Flughafen von Camp Peary befunden. Von 17 Flügen hätten sich Rückschlüsse auf CIA-Tarnfirmen ziehen und die weiteren Flüge der Maschinen rekonstruieren lassen.
Falsche Legende
Der Zeitung zufolge hätten sich unter den ermittelten Mitarbeitern auch solche befunden, deren Stellung in der CIA sie zu potenziellen Terror-Opfern gemacht hätte. Dazu gehörten auch verdeckt operierende Agenten im Ausland mit falscher Legende. Diese hätten früher häufig aus Botschaften heraus gearbeitet, was nach Aussagen eines Ex-CIA-Analysten aber im 21. Jahrhundert nicht mehr ausreiche. Die neue Generation solcher Super-Agenten firmiert heute unter anderem als Geschäftsleute. „Wie aber will man heute eine Legende für solche Mitarbeiter stricken, wenn man einen Namen googeln kann und plötzlich alle möglichen Unstimmigkeiten findet“, sagte der Ex-Analyst der Zeitung.
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