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Es lebe das Entertainment

Von INA SPERL, 23.03.06, 07:47h

Bescheiden treten The Smu nicht auf: Songs wie „Shakin that ass“ sind eher bombastisch als zurückhaltend arrangiert. Zum Konzert fährt die Band schon mal mit einer Limousine vor.

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The Smu sind (v.l.) Stephan Schmitz, Daniel Dündar, Martin Benninghoff, Uli Wagner und Felix Krafft.
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The Smu sind (v.l.) Stephan Schmitz, Daniel Dündar, Martin Benninghoff, Uli Wagner und Felix Krafft.
„DiscoRock“ nennen The Smu ihren Sound. Den spielen sie vielleicht bald sogar in Indien.

Bescheiden treten The Smu nicht auf: Songs wie „Shakin that ass“ sind eher bombastisch als zurückhaltend arrangiert. Zum Konzert fährt die Band schon mal mit einer Limousine vor, lässt Tänzerinnen auftreten und reicht in den ersten Reihen, in der so genannten Smu-Zone Sekt - aus Kostengründen allerdings nur den weiblichen Gästen. „Es kann nie genug Show geben“, sagt Martin Benninghoff, genannt „Ben Martin“, Gitarrist der Gruppe. „Besser über dem eigenen Level agieren als darunter. Wir drängen uns den Leuten auf!“

The Smu ist eine junge Band - erst seit rund 15 Monaten spielen die fünf zusammen. Aber sie haben Spaß an Rockstar-Klischees und setzen sie teils augenzwinkernd ein, teils aber auch, weil sie einfach zur Musik dazuzugehören scheinen. The Smu verschmelzen Rockgitarren mit Disco-Beats und nennen ihren glamourös angehauchten Sound „DiscoRock“. Wer die Songs hört, wird vom „Gib-Gas-Feeling“, wie Martin es nennt, angesteckt. Doch die Bandbreite ist groß: Es gibt auch Stücke, die an Folksongs erinnern, wie „Show me love“ und der Ohrwurm „Gimme five“. Sie sind leicht verträglich, und das ist es, was The Smu erreichen wollen. Denn ihr Name ist Programm. „Smu“ kommt vom englischen „smooth“ - ein Wort, das glatt, sanft bedeutet, aber auch einschmeichelnd heißen kann. „Smu ist ein Begriff für Wohlbefinden, für Gemütlichkeit, Coolness. Was wir damit meinen, erfahren die Leute im Laufe des Konzerts“, erklärt Frontmann und Sänger Uli Wagner, den seine Kumpels „U the Smu“ nennen - und dem die Band ihren Namen zu verdanken hat.

Erst rund 15 Konzerte haben The Smu - allesamt sind sie Mittzwanziger - seit der Gründung Ende 2004 gegeben. Ihre Wurzeln reichen jedoch anderthalb Jahrzehnte zurück: Martin, Uli und Keyboarder Stephan Schmitz, „Steve O“, kennen sich noch aus Schultagen in Heimerzheim und haben schon damals zusammen in einer Band gespielt - auch wenn die Geschmäcker unterschiedlich waren: „Martin war eher der Hardrocker, Uli der Softrocker“, sagt Stephan. Bassist Daniel Dündar, „Dan U“, der klassische Gitarre gelernt und eine Gesangsausbildung hat, traf erst 2004 mit den anderen zusammen. Felix Krafft - „Mr. X“ - ein diplomierter Schlagzeuger, der in diversen Bands schon Deutschrock und Jazz gespielt hat, stieg als Letzter ein. „Wir wollten eigentlich nur bei einer Hochzeit auftreten. Aber da war gleich ein gutes Feeling, wir haben harmoniert“, sagt Daniel. „Wir waren überzeugt, wir können was rüberbringen, was andere nicht können. Wir hatten auf jeden Fall Party auf der Bühne.“

Und das ist The Smu auch wichtig. „Wir wollen dahin kommen, dass die Leute sagen: »Wir gehen zu einer Smu-Show - und nicht zu einem bloßen Konzert«“, sagt Daniel. So lautet die Smu'sche Vision auch: Im Vordergrund steht das Entertainment, im Mittelpunkt die Musik. „Ich rede gerne schon mal eine ganze Menge auf der Bühne“, gibt Uli zu, der lange Jahre in Coverbands gespielt hat. Doch das scheint beim Publikum anzukommen: 300 bis 400 Gäste ziehen The Smu in Köln inzwischen an. Und was die Show angeht, sind die fünf auf dem besten Wege: Sie reisen stets mit Techniker und Licht-Mann an. Die Crew trägt sogar Westen mit Smu-Logo. Bei den nächsten Konzerten sollen Bläser dabei sein, und Tänzerinnen soll es künftig öfter geben. Ihren Sound haben The Smu im vergangenen Jahr entwickelt. Die musikalischen Vorbilder reichen von den Beatles über Elvis und Michael Jackson bis zu den Red Hot Chili Peppers. Aber es gibt eine Band, auf die sich alle einigen können: Queen.

„Wir haben eine Richtung gesucht, die uns alle anspricht, und die Faszination für Disco und Rock war bei allen da“, sagt Uli. Sie spielen zwar auch Coverversionen, aber vorwiegend eigene Stücke. Daniel schreibt viele Songs, die dann gemeinsam weiterentwickelt werden. Derzeit ist eine CD in Vorbereitung, die im April erscheinen soll. Die fünf wollen so viele Erfahrungen als Musiker wie möglich sammeln.

Konzert vor 120 Häftlingen

So spielten sie kürzlich in einem Wuppertaler Knast vor 120 Häftlingen. „Wir wollten mal ein Publikum, das uns nicht von vornherein wohl gesinnt ist“, sagt Martin - denn The Smu waren gewarnt worden, bei einem Auftritt in der JVA nicht allzu großes Wohlwollen vom Publikum zu erwarten. „Aber die Leute haben mitgetanzt und einer hat sogar gerappt“, erinnert sich Daniel.

Geprobt wird zweimal pro Woche im Kunstwerk in Deutz. „Aber jeder beschäftigt sich jeden Tag mit The Smu“, sagt Uli. Denn der Zufall will es, dass fast jeder der Musiker auch einen für das Bandprojekt nützlichen Beruf hat: Stephan ist Medienproduzent und arbeitet an der Homepage, Daniel kümmert sich als Jurastudent um rechtliche Fragen, Martin betreibt als angehender Journalist Öffentlichkeitsarbeit.

Haben sie Zukunftsvisionen? „Wir planen eine Club-Tour im Ruhrpott“, sagt Uli, „und im Sommer wollen wir auf möglichst vielen Festivals spielen, um unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.“ Zudem gebe es die Idee zu einer Indien-Tournee, die „durchaus realistisch“ sei. Martin ist in einem Indien-Hilfe-Verein und hat Kontakte zu einem Veranstalter, der Konzerte in fünf oder sechs großen Städten organisieren könnte. „Wir sind auf charmante Weise Visionäre“, sagt Daniel. Martin ergänzt: „In etwa einem Jahr wird es sich entschieden haben, ob wir erfolgreich sind oder nicht.“

Musiker, die vorgestellt werden möchten, wenden sich an den „Kölner Stadt-Anzeiger“, Telefonnummer: 02 21 / 2 24-23 23 / 22 97

KSTA-Stadtteile@mds.de

Anschrift: Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln. Bewerber sollten Musikproben zusenden. Musikbeispiele der Bands, die präsentiert werden, sind im Internet zu hören.

 www.thesmu.com

 www.ksta.de/klangprobe



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