Erstellt 11.03.06, 13:31h
Gilmour, der gerade seinen 60. Geburtstag feierte, ist die Stimme von "Pink Floyd". Jener Gruppe, die mit "The Wall" Geschichte schrieb, die mit dem Album "Dark side of the Moon" unglaubliche 14 Jahre in den amerikanischen Billboard-Charts vertreten war, die als Erfinder des Art-Rock gilt, deren Liveshows nur noch mit logistischer Meisterleistung zu koordinieren waren. Alles vorbei - Gilmour geht es kleiner an. Die Fans strömten dennoch in die "Philharmonie für Westfalen". Die Konzerte seiner Tour sind bereits seit vergangenem Jahr ausverkauft.
Einmal Rockstar, immer Rockstar. Und so kündigten Lichtshow und Nebel den Beginn des Abends an. Allein die Silhouette des Gitarren-Virtuosen aus Cambridge versetzte das vornehmlich reifere Publikum in Verzückung. Frenetisch wurde Gilmour gefeiert, lange bevor der erste Ton erklang. Dabei ist der musikalische Kopf "Pink Floyds" kein Entertainer, auch nicht besonders gesprächig. Gilmour ist aber ein begnadeter Musiker, Sänger und Songschreiber, daran ließ er keinen Zweifel.
Mit dem Titelsong seiner neuen CD eröffnete der Brite den lang ersehnten Abend. Und blieb auch bei den neuen Stücken. Die kamen zwar an, rissen die treuen Fans, die zwischen 55 und 85 Euro für ihre Karten bezahlt hatten, aber erst einmal nicht von den gepolsterten Stühlen.
Doch der Altmeister kennt die Vorlieben seiner Anhänger und spielte im zweiten Teil des Abends "Oldies but Goldies". Und so kamen nach einer Stunde die ergrauten Freunde des psychodelischen Rock auf ihre Kosten, konnten zu den ausgefeilten Gitarren-Soli ihr Haar schütteln. Die unverwechselbare Stimme Gilmours und Songs wie "Wish you were here" oder "Shine on you crazy diamond", dazu eine Lichtshow - fast war es wie früher.
Am 18. März spielt Gilmour in Frankfurt am Main. Danach führt ihn die Tournee nach Frankreich, in die Niederlande, nach Italien und Großbritannien sowie in die USA und nach Kanada. (ddp)
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