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Protest gegen störende Schränke

Von ANDREAS DAMM, 01.04.06, 08:15h

Die neuen Verteilerkästen der Telekom beeinträchtigen das Stadtbild. Das Bonner Unternehmen ist bei umstrittenen Standorten um „einvernehmliche Lösungen bemüht“.

Bild: Hennes
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Im Agnesviertel macht sich auf der Neusser Straße ein Verteilerkasten auf dem Gehweg breit.
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Im Agnesviertel macht sich auf der Neusser Straße ein Verteilerkasten auf dem Gehweg breit.
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Weil die Hecke eines Hauses an der Clarenbachstraße im Weg war, wurde sie ohne Wissen der Besitzer von Bauarbeitern gestutzt.
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Fahrradfreundliches Köln: Am Hansaring wurde der Platz für einen Verteilerkasten ganz besonders klug gewählt.
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Das Bonner Unternehmen ist bei umstrittenen Standorten um „einvernehmliche Lösungen bemüht“.

Sie sind zwei Meter breit, 1,60 Meter hoch und 50 Zentimeter tief - und für viele Kölnerinnen und Kölner ein Ärgernis. Bis Ende nächsten Jahres will die Telekom 2800 ihrer neuen Verteilerkästen aufstellen. Bei der Auswahl der Standorte für die „Kabelverzweiger“, wie die hellgrauen Kunststoffschränke heißen, erweist sich das frühere Staatsunternehmen in diesen Tagen als wenig rücksichtsvoll. Die Kästen stehen vor denkmalgeschützten Häusern, behindern Fußgänger und beinträchtigen das Erscheinungsbild der Straßen.

Ein Miteigentümer eines Mehrfamilienhauses an der Clarenbachstraße hat sich bereits mehrfach bei der Telekom beschwert, bislang ohne Erfolg. Bauarbeiter hatten kurzerhand die Hecke auf dem Privatgrundstück in Lindenthal gestutzt, um Platz für den neuen Kasten zu schaffen. Ohne jede Erlaubnis, schimpft der Immobilienbesitzer. Mehr noch: Die Kiste rage etwa einen halben Meter in den Weg zum Hauseingang; damit enge sie die von der Landesbauordnung vorgeschriebene Mindestbreite für Rettungsfahrzeuge (drei Meter) ein. Die Telekom habe ihm zusagt, den Kasten wieder abzubauen. Aber auf die Baufirma warte er seit sechs Wochen vergeblich.

Bewohner eines denkmalgeschützten Hauses am Alten Militärring in Müngersdorf haben auf dem Kasten vor ihrem Zaun einen Warnzettel befestigt. „Wir bitten Sie, keine weiteren Installationsarbeiten mehr durchzuführen“, ist zu lesen. „Sollte die Installation fortgesetzt werden, werden wir rechtliche Schritte einleiten.“

Zwar dürfen Telefon-Firmen öffentliches Gelände für ihre Leitungen unentgeltlich nutzen. Doch das Telekommunikationsgesetz schreibt für neue Anlagen eine Genehmigung der Kommune vor. Bei der Abwägung der Interessen sind dem Gesetz zufolge auch „städtebauliche Belange“ zu beachten.

Die Telekom braucht die größeren Kästen für den Aufbau des Glasfasernetzes. Neben der neuen Elektronik muss in ihnen auch all das untergebracht werden, was sich in den alten Kästen befindet. Die Standorte sind bis auf wenige Ausnahmen identisch.

Das „Aktionsbündnis Stadtbaukultur“, gegründet von Haus- und Grund-Chef Hanns Schaefer, befürchtet eine „Verschandelung des Stadtbildes“. Die neuen Kunststoffkisten „sind viel schlimmer, als wir es uns vorgestellt haben“, klagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Barbara Moritz, unlängst im Ratsausschuss für Stadtentwicklung. Da noch weitere Unternehmen wie Netcologne ein Glasfasernetz aufbauen wollten, „müssen wir befürchten, dass noch mehr Kästen kommen“. Die Stadtverwaltung, forderten die Politiker, soll dafür sorgen, dass vor Häusern und auf Plätzen, die unter Denkmalschutz stehen, keine Kästen mehr aufgestellt werden.

„Wir machen das in Absprache mit der Stadt, das Bauamt ist über die Standorte informiert“, betonte Telekom-Sprecher Mark Nierwetberg. Man sei an „einvernehmlichen Lösungen interessiert, wenn es um kritische Standorte geht“. In den kommenden Wochen werde die Telekom deshalb „verstärkt auf die Bürger zugehen“. Es sei indes „technisch und wirtschaftlich unmöglich“, die Kabelverzweiger in den Erdboden zu versenken.

Höchstwahrscheinlich werden die Vertreter der Telekom dann auch mit dem kommissarischen Leiter des Denkmalschutzes sprechen. Hans-Werner Zawisla besitzt ein denkmalgeschütztes Haus in Dellbrück, vor dem neuerdings ein großer grauer Schrank steht.



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