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„Ice Age 2”: Die Nuss rollt weiter

Von MILAN PAVLOVI´C, 06.04.06, 07:14h, aktualisiert 13.04.06, 11:16h

Muss es unbedingt eine Fortsetzung von „Ice Age“ geben? Aus ökonomischen Überlegungen selbstverständlich, aber vollkommen überzeugen kann der Film nicht. Auch wenn das geliebte Urzeithörnchen seinen ewigen Kampf um eine Nuss fortsetzt.

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Scrat in "Ice Age"
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Scrat in "Ice Age"
Es hat in den vergangenen Jahren nur wenige Filmhits gegeben, an denen niemand etwas auszusetzen hatte. Denn es gibt ja Menschen, die sich genötigt sehen, partout gegen die allgemeine Meinung zu votieren, weshalb es sogar bei „Good Bye, Lenin!“ oder „Fluch der Karibik“ Querulanten gab. Zu den raren Fällen, bei denen die Gegner weltweit an zwei bis drei Händen abzuzählen sind, gehören diverse Animationsfilme der vergangenen Jahre, von „Findet Nemo“ über „Shrek“ bis zu „Ice Age“.

Es sind Generationen umspannende Glückswerke, denen das Kunststück gelingt, Erwachsene in Kinder zu verwandeln und Kinder klüger und erwachsener zu machen. Das Erstaunlichste daran ist: Sie zeigen keinerlei Abnutzungserscheinungen. Muss es deshalb eine Fortsetzung von „Ice Age“ geben? Aus ökonomischen Überlegungen selbstverständlich, schließlich brachte Teil 1 weltweit über 450 Millionen Dollar ein und lockte allein in Deutschland mehr als sieben Millionen Zuschauer in die Kinos. Jegliche Zweifel wurden dann mit dem himmlischen Trailer weggeblasen, in dem unser geliebtes Urzeithörnchen seinen ewigen Kampf um eine Nuss fortsetzte und jedes Desaster zur nächsten Hoffnung und zum nächsten Desaster führte.

Keine Sorge: Dieser Kampf spielt eine prominente Rolle im Film, in dem nun auf die Eiszeit des ersten Teils die große Flut folgt. Menschen spielen diesmal keine Rolle, was angesichts des süßen Babys, das vor drei Jahren die Dinge ins Rollen brachte, etwas schade ist, nach wenigen Minuten aber schon nicht mehr ins Gewicht fällt.

Stattdessen bekommt das ungleiche Trio um das geschwätzige Faultier Sid (wieder synchronisiert vom gut aufgelegten Otto Waalkes) bald neue Begleitung auf dem Weg zu einem Vorläufer von Noahs Arche: die vorwitzigen Opossumbrüder Eddie und Crash sowie Ellie, ein Mammutweibchen, das die beiden seit Kindstagen begleitet, sich selbst für eine Beutelratte hält und partout versucht, sich nachts wie ihre „Brüder“ kopfunter von Bäumen herunterzuhängen.

Auch wenn etliche amüsante Szenen und Einzeiler dabei sind, wird man das Gefühl nicht los, dass es jenseits pekuniärer Überlegungen nicht viele gute Gründe gab, die Geschichte fortzusetzen. Aber vielleicht ist das nur eine ebenso natürliche wie mitunter ungerechte Skepsis gegenüber Fortsetzungen. Dem ersten Test (das Startwochenende in den USA spülte 70 Millionen Dollar in die leeren Kinokassen) folgt in einer Weile der wichtigere: Kann „Ice Age 2“ auf Dauer genauso wichtig für Generationen von Kindern und Erwachsenen werden wie der erste Teil?



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