Von MICHAEL RANZE, 20.04.06, 10:31h
In einer Hotelbar in Mexiko City lernt Brosnans Julian Nobelden Geschäftsmann Danny Wright (Greg Kinnear) kennen. Der Smalltalk scheitert an Julians Unsensibilität. Zu lange hat ihn sein Beruf von anderen Menschen isoliert. Trotzdem lässt sich Danny zum Besuch eines Stierkampfs überreden, und nun folgt - in einer wundervoll geschriebenen, ebenso spannenden wie originellen Szene - Julians Geständnis, ein Killer zu sein.
Zum Beweis seiner Fähigkeiten absolviert er zusammen mit Danny mitten im Stadion die Generalprobe zu einem Mord, Ablenkungsmanöver und sicherer Fluchtweg inklusive. Das Handwerk des Tötens als rasanter Anschauungsunterricht, bei dem der Weg das Ziel ist.
Einige Monate später steht der ausgebrannte Julian bei Danny vor der Tür. Der einst so verlässliche Killer ist selbst auf die Abschussliste geraten, nun sucht er Unterschlupf vor seinen unzufriedenen Auftraggebern. Und er, Danny, sei sein einziger Freund.
Die Selbstverständlichkeit, mit der Danny und seine Frau Julians Beruf akzeptieren, zeugt von lakonischem Humor. Hope Davis und Greg Kinnear verkörpern mit ihrer Mischung aus ängstlicher Spießigkeit und morbider Faszination die perfekten Antagonisten zu Brosnans outrierter Performance. Drehbuchautor und Regisseur Richard Shepard hält derweil geschickt die Balance zwischen makaberer Komödie und anrührendem Drama. „Mord und Margaritas“ ist oft witzig, gelegentlich spannend, immer kurzweilig. Kein tiefschürfender Film, aber wann wurde zuletzt das Hohelied der Freundschaft so ungewöhnlich besungen?
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