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Warnung vor dem „Ätz-Graffiti“

Von CLEMENS SCHMINKE, 04.05.06, 07:16h, aktualisiert 04.05.06, 08:27h

"Etching" heißt ein neuer Trend in der Graffiti-Szene. Bei dieser Methode werden die "Tags" nicht gesprüht, sondern mit Säurestiften auf glatte Oberflächen geätzt. Die Substanz schadet vor allem der Gesundheit.

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Mühsame Arbeit ist die Beseitigung von Graffiti.
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Mühsame Arbeit ist die Beseitigung von Graffiti.
In der „Graffiti-Szene“ macht seit einiger Zeit eine neue Methode namens „Etching“ die Runde: Statt die Zeichen mit einer Sprühdose aufzubringen oder einzukratzen, ätzen die Täter sie mit Hilfe manipulierter Filzfaserschreiber, die Flusssäure oder ein Flusssäure-Gemisch enthalten, in glatte Oberflächen wie etwa Glas. Das Problem: Flusssäure ist extrem gesundheitsschädlich, ob nun für den, der das Zeichen einätzt, oder all jene, die damit in Berührung kommen.

Im vorigen Jahr wurden drei Fälle in Köln bekannt, bei denen Täter ihre Zeichen („Tags“) mit Säurestiften auf Glasflächen aufbrachten. Zuletzt, im November 2005, wurde ein Wartehäuschen der KVB mit einer säurehaltigen Flüssigkeit beschmiert. Zwei Reinigungskräfte, die das Zeichen mit Wasser entfernen wollten, atmeten beim Säuberungsversuch Dämpfe ein, verspürten Übelkeit und gingen zum Arzt, trugen allerdings keine Schäden davon. Seitdem hat es nach Erkenntnissen der Polizei keinen derartigen Vorfall mehr gegeben. In anderen deutschen Städten dagegen ist „Etching“ ein akutes Problem, so in Berlin und Dortmund, und es ist nicht auszuschließen, dass die neue Graffiti-Mode durch die Kontakte zur „Szene“ in anderen Orten wieder Einzug in Köln hält. Daher haben Gesundheitsamt, Polizei und KVB jetzt eine Arbeitsgruppe eingerichtet mit dem Ziel, Mitarbeiter und die Bevölkerung zu sensibilisieren. Die KVB informiert in diesen Tagen alle Fahrer der Stadtbahnzüge und Busse sowie die Firmen, die mit der Reinigung der Fahrzeuge beauftragt sind, über die möglichen Gefahren. Die Verwaltung hat an ihre Mitarbeiter Merkblätter verteilt.

Geätzte Graffiti, die eine matte, rau wirkende Oberfläche haben und in der Regel Verlaufsspuren zeigen, sind zum einen dann gefährlich, wenn sie noch frisch und feucht sind und die Flusssäure Haut und Kleidung benetzt. Zum anderen geht von den getrockneten Zeichen eine Gefahr aus, wenn sie wieder befeuchtet werden und Rückstände auf die Haut, die Kleidung oder in den Mund gelangen. Die Säure durchdringt rasch die Hautoberfläche und zerstört tiefer gelegene Gewebeschichten und Knochen. Beim Versuch, Partikel abzukratzen, können diese eingeatmet werden, und das kann zu Störungen des Stoffwechsels sowie der Nieren- und Leberfunktionen führen. Bei niedriger Konzentration können die Symptome erst Stunden später auftreten. Betroffene sollten die Säure mit viel Wasser abwaschen und schnell einen Arzt aufsuchen. Fahrgäste, die meinen, einen Ätz-Graffito an einem Wartehäuschen oder auf der Scheibe einer Bahn entdeckt zu haben, sollten den Fahrer informieren.



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