Schriftgröße

Unternehmen entschädigen selten

Von THOMAS WÜPPER, 09.05.06, 07:00h

Mit der gezielten Missachtung von Kundenrechten lässt sich in Deutschland zu einfach und zu viel Geld verdienen. Das meinen Verbraucherschützer und fordern daher unter anderem die Abschöpfung unzulässiger Profite.

Berlin - Mit der gezielten Missachtung von Kundenrechten lässt sich in Deutschland zu einfach und zu viel Geld verdienen. Das meinen Verbraucherschützer und fordern daher unter anderem die Abschöpfung unzulässiger Profite. Als schwarze Schafe werden besonders die Deutsche Telekom, O2 und Media Markt genannt. Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband VZBV gingen voriges Jahr in mehr als 900 Fällen gegen rechtswidrige Praktiken von Unternehmen vor.

In jedem zweiten Fall gaben die Anbieter von sich aus unlautere Werbung oder unzulässige Telefonanrufe und Geschäftsbedingungen auf. Auch die meisten Prozesse habe man gewonnen, sagte Verbandspräsidentin Edda Müller in Berlin. Als besondere Erfolge nennt Müller das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs gegen die Hamburg-Mannheimer, die künftig keine überhöhten Stornokosten bei ihren Altersvorsorgeverträgen berechnen darf.

Die Durchsetzung von Kundenrechten sei in Deutschland aber eine Sisyphusarbeit, klagt Müller. Denn es fehlten im Unterschied zu vielen anderen Staaten in Europa Behörden, die gezielt kontrollieren, ob Verbraucherschutzgesetze im Geschäftsverkehr auch wirklich eingehalten werden. Dafür müssten Verbraucherschützer und Wettbewerber sorgen. Allein der Dachverband und die Verbraucherzentralen mahnten seit dem Jahr 2000 in rund 5900 Fällen Anbieter wegen unzulässiger Geschäftspraktiken ab. In jedem zweiten Fall einigte man sich außergerichtlich, rund 2600-mal gaben Betroffene Unterlassungserklärungen ab.

„Ihre Rechte durchzusetzen ist für deutsche Verbraucher meist extrem aufwändig“, klagt Müller. Oft dauere es Jahre, bis ein Streitfall rechtswirksam geklärt sei, und das Urteil gelte dann nur für den Einzelfall. Die Defizite im Verbraucherrecht werden laut Müller gezielt ausgenutzt: Der Telefonanbieter O2 habe geschätzte 50 Millionen Euro Schaden, der 400 000 Kunden durch eine unzulässige Umrechnung der Minutentakte von Pfennig in Cent entstand, bis heute nicht ersetzt.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Newsticker


Umfrage

Wollen Sie Facebook-Aktien kaufen?
Acht Jahre nach der Gründung wagt Facebook den Gang an die Börse. Bei der Emission der Aktien will das Unternehmen rund vier Milliarden Euro erlösen. Haben Sie vor, in das soziale Netzwerk zu investieren?

Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Extra


Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 54,17 -1,90%
DEUTZ 5,30 -3,39%
DT. POST 12,95 -0,99%
DT. TELEKOM 8,91 -0,11%
INDUS 21,55 -2,93%
IVG IMMO. 1,91 -4,70%
LANXESS 53,95 -2,79%
LUFTHANSA 10,70 -3,60%
QSC 2,50 -1,96%
SOLARWORLD 4,27 -2,58%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

FMC 54,67 +1,02%
MERCK 81,48 +0,72%
INFINEON 7,49 +0,44%
COMMERZBANK 2,01 -7,62%
DT. BANK 33,55 -4,28%
THYSSENKRUPP 21,98 -4,27%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste