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„Silent Hill”: Mama und die Zombies

Von VON MILAN PAVLOVI´C, 11.05.06, 09:40h

Mama Rose sucht ihr verlorenes Kind in einer Geisterstadt und trifft dabei auf eine Reihe horrender Gestalten. Das klingt wie ein Videospiel, ist ein Videospiel und sieht eine Weile auch so aus.

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Szene aus dem Film "Silent Hill"
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Szene aus dem Film "Silent Hill"
Mama Rose sucht ihr verlorenes Kind in einer Geisterstadt und trifft dabei auf eine Reihe horrender Gestalten. Das klingt wie ein Videospiel, ist ein Videospiel und sieht eine Weile lang auch auf der Leinwand so aus. Dann nimmt „Silent Hill“ eine Kurve ins Unvermutete und lässt seinen Ursprung weit hinter sich. Das klingt positiver als es gemeint ist, aber sachte: Nehmen wir die letzte Kurve nicht gleich zuerst.

Roger Avary, der einst Quentin Tarantino beim Drehbuch zu „Pulp Fiction“ assistierte, bevor er begann, seltsame Filme zu drehen („Rules of Attraction“) hat sich der im Grunde undankbaren Aufgabe angenommen, ein Spiel in eine richtige Geschichte zu verwandeln. Wenn Rose sich also aufmacht, um in Silent Hill nach Antworten auf das merkwürdige Verhalten ihrer fast schizophren wirkenden Adoptivtochter Sharon zu suchen, verliert sie nach einem Unfall nicht bloß ihr Kind aus den Augen - sie muss sich überdies mit einer hartnäckigen Polizistin herumplagen und diversen alptraumartigen Wesen der Nacht, die sich in der stillgelegten Arbeiterstadt beim geringsten Zeichen der früh anbrechenden Dunkelheit selbständig machen und eine Spur der Verwüstung zurücklassen.

So weit, so konventionell, so ordentlich. In dieser Phase können selbst die eher störenden Nebenschauplätze (Sean Bean wie schon in „The Dark“ als unfähiger Vater), die vorhersehbaren Elemente und irritierenden Zwischenwelt-Andeutungen nicht stören, weil der bemerkenswert ausgestattete Film eine überaus sympathische Heroine hat: Radha Mitchell macht das Beste aus ihrer kärglichen Rolle als insistierende Mutter, die sich selbst von Monstern nicht abschrecken lässt, um ihre Tochter zu finden. Laurie Holden wächst als Kurzhaar-Cop in Ledermontur zu einer patenten Helferin heran.

Man wünscht den beiden Frauen so sehr den Erfolg wie der Alien-Jägerin Ripley oder Lara Croft oder Alice in den „Resident-Werken. Aber dann macht der Regisseur auf sich aufmerksam. Hollywood-Debütant Christophe Gans unternimmt wie schon in seinem französischen Schocker „Der Pakt der Wölfe“ einen Ausflug ins Übersinnliche.

Und er tut dies mit einer religiösen Inbrunst (unterstützt von der Furcht erregend geifernden Alice Krige), die die unerwartet drastische Explosion der Gewalt noch unangenehmer werden lässt. Das Ende des Films ist nicht nur aus den offensichtlichen Gründen traurig, sondern auch, weil „Silent Hill“ das Vertrauen des Zuschauers missbraucht hat.



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