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Keine Einigkeit über jüdisches Museum

Von CLEMENS SCHMINKE, 12.05.06, 08:15h

Die Fürsprecher und Gegner des geplanten Baus auf dem Rathausvorplatz halten sich in der CDU die Waage. Unstrittig blieb bei der Diskussion lediglich, dass das Haus ein Gewinn für Köln wäre.

Unstrittig blieb bei der Diskussion lediglich, dass das Haus ein Gewinn für Köln wäre.

„Nur der Rathausvorplatz kommt in Frage, alles andere würde den Pfiff aus der Sache nehmen“, machte Ilan Simon von der Synagogen-Gemeinde Köln deutlich, welches seiner Ansicht nach der geeignete Platz für ein Haus und Museum der jüdischen Kultur ist. Er gehörte zu den Podiumsgästen des „Kölnforums“, zu dem die CDU-Köln ins Hotel Intercontinental eingeladen hatte. Absicht war, sich von anderen Parteien abzuheben, „die sich ohne eine direkte Einbindung der Kölner Bürgerschaft für eine Bebauung des Platzes ausgesprochen haben“, so CDU-Chef Walter Reinarz.

Das Resultat der zweistündigen Veranstaltung war eine Art Patt zwischen Fürsprechern und Gegnern einer Bebauung der Fläche, die zwischen Spanischem Bau und Wallraf-Richartz-Museum liegt; beide Seiten bekamen etwa gleichviel Beifall. Abgesehen von der Frage des Standorts herrschte Einigkeit darüber, dass das geplante Haus ein großer Gewinn für Köln wäre; einer sprach gar von einem „Diamanten“.

„An keinem anderen Ort wäre das Alleinstellungsmerkmal möglich“, sagte Prof. Benedikt Graf von und zu Hoensbroech, Vorsitzender der „Gesellschaft zur Förderung eines Hauses der jüdischen Kultur in Nordrhein-Westfalen“, und meinte damit den Rathausvorplatz. Unter ihm liegt viel Originalmauerwerk des mittelalterlichen jüdischen Viertels, und dort befindet sich die Mikwe, das Kultbad der Juden aus dem Jahre 1170. Hoensbroech fügte hinzu, er glaube nicht, dass die Finanzierung des Projekts bei der Wahl eines anderen Standorts gelingen werde. Im Übrigen versicherte er: „Da kommt kein Klotz hin“, drei „neue, intime Plätze“ würden entstehen. Auf gleicher Linie liegt Architekt Prof. Johannes Schilling. Die Stelle biete die Chance, die Reste der alten Synagoge und die Mikwe „innerhalb des Museums zugänglich zu machen“. Allerdings könne er nicht sagen, wie die Baumasse „am besten auf dem Platz unterzubringen“ wäre. Dafür sei ein „hochkarätiger Architektenwettbewerb“ nötig. Hoensbroech dagegen plädierte dafür, die bereits vorliegende Planung des Kölner Architekten Joachim Schürmann zugrunde zu legen und weiterzuentwickeln. Argumente aus dem Publikum für die Bebauung machten sich immer wieder daran fest, der Platz sei weder belebt noch schön, er sei bloß eine „freie Fläche“.

„Der Platz ruft von sich aus nicht nach einer Bebauung“, hielt Ex-Stadtkonservator Ulrich Krings dem entgegen. Diese Meinung vertrete er seit dem Beschluss, den Neubau des Wallraf-Richartz-Museums an der Südseite zu errichten. Mit dem „gelungenen“ Gebäude sei der Platz nun „vollendet“. Als alternativen Standort für das jüdische Museum empfahl er das Areal des ehemaligen Kaufhauses Kutz. Schließlich liege es nur zehn Meter Luftlinie vom Rathausplatz entfernt. Diesen gelte es zu bewahren, sekundierte ein Mann aus dem Publikum, denn er sei „gestaltet und hat Form“. Dort herrsche ausnahmsweise keine Hektik, sage ein Frau, man könne „endlich einmal durchatmen“. Auch innerhalb der CDU ist man uneins. Sprach Karl Jürgen Klipper, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, von dem Platz als „Symbol des Wiederaufbaus“ nach dem Krieg, kritisierte Kulturausschussvorsitzender Lothar-Theodor Lemper dies als „Hochstilisierung“ und „Mystifizierung“.



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