Von GÜNTER WÄCHTER, 18.05.06, 07:30h
Bonn - UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz brachte es bei seinem Besuch in Deutschland im Februar auf den Punkt: „Grundsätzlich aber sollte Schule die Vielfalt der Welt widerspiegeln - und nicht Trennungen verstärken.“ Gerade Letzteres aber ist in Deutschland nach dem Ergebnis der jüngsten PISA-Studie der Fall. Eine Ausnahme bildet da die Integrierte Gesamtschule Bonn-Beuel (IGS), nach den Worten von Muñoz die von ihm in Deutschland besuchte Schule, die ihm am besten gefallen hat.
Für Schulleiter Jürgen Nimptsch liegt der Schlüssel zum Erfolg seiner Schule in der Zeit, die er und das Kollegium aufwenden, um sich dem einzelnen Schüler und seinen Problemen zu widmen.
„Jedes Kind ist einzigartig“ ist der Leitsatz, nach dem die IGS arbeitet. Die individuelle Schülerlaufbahn wird so lange wie möglich offen gehalten. Mit Unterstützung der hauseigenen Schulpsychologin wird der Weg der einzelnen Schüler von Klasse 5 an geplant. Je nach Lern- und Leistungsvermögen werden etwa ab der Klasse 7 unterschiedliche Kurse in Mathematik und Englisch angeboten, ab der Klasse 9 gibt es das auch in Deutsch, Chemie oder Physik. Schwerpunkte können zusätzlich mit Wahlpflichtfächern gebildet werden in den Bereichen Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Arbeitslehre oder in künstlerischen Fächern.
Wenn in der 8. Klasse absehbar sei, dass ein Schüler Probleme haben werde, in Klasse 10 versetzt zu werden, so werde hier individuell und gezielt zusätzliche Unterrichtszeit angesetzt.
Und das an Nachmittagen, an denen der oder die Betroffene sonst frei hätte. „Man muss das mit Zeit machen“, sagt Nimptsch.
Binnendifferenzierung und gezielte Förderung Einzelner ist keine Erfindung der Beueler Schule, die im vergangenen Jahr aus dem Schulranking der „Wirtschaftswoche“ als drittbeste Schule Deutschlands hervorging. Das gibt es auch an anderen Gesamtschulen. Hier aber setzt die IGS Prioritäten. Nicht alles sei machbar und auch seine Schule sei nicht immer 100 Prozent besetzt, da müsse dann schon mal etwas ausfallen und gespart werden. „An der Stelle jedenfalls sparen wir nicht“, sagt Nimptsch.
Gut 1300 Schüler besuchen derzeit die IGS. Ein Viertel von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Der Grund dafür, warum ihm die Schule so gefallen haben, sei nicht der Schultyp gewesen, sagte der Inspektor der UN-Menschenrechtskommission für Bildung nach seinem Besuch. „Mir hat die offene und herzliche Stimmung in dieser Schule gefallen, die Migranten integriert, in die Behinderte wie Nichtbehinderte gehen“, so Muñoz.
„Der Erfolg beruht im Wesentlichen darauf, dass wir ein Spiegel der Stadt sind und natürlich auch leistungsstarke Schüler haben, die dazu beitragen können, dass schwächeren Schülern geholfen wird“, sagt Nimptsch. „Das ist wie im Leben auch, da zieht einer den anderen mit.“ Wenn die Schülerpopulation der Normalität der Bevölkerung entspräche, gäbe es vermutlich weniger Sorgen. Die IGS investiert in Klasse 5 zwei Stunden soziales Lernen als Unterrichtsfach. „Natürlich lernt man dabei auch, wie man sich benimmt und wie man lernt. Das ist auch ein wichtiger Baustein." (dpa)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |