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„Das Kino ist ja kein Sklave“

Erstellt 18.05.06, 09:50h

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Hochhäusler, war Ihre Kindheit unglücklich?

CHRISTOPH HOCHHÄUSLER: Nein, im Gegenteil. Meine Eltern leiden darunter, dass das bei mir so negativ erscheint. Was soll ich sagen? Im Unterschied zu meiner Hauptfigur war meine Kindheit ungetrübt, meine Eltern lieben mich.

„Falscher Bekenner“ hatte es extrem schwer, überhaupt gemacht zu werden. Der Film wurde schließlich ohne Förderung mit wenig Geld gedreht. Ihre Filme laufen in Cannes und gelten im Ausland als Aushängeschild des deutschen Kinos - aber für den Regieförderpreis beim Filmfest wurden Sie noch nicht mal nominiert.

HOCHHÄUSLER: Man darf nicht denken: Auweia, der macht für französische Kritiker Filme. Davon bin ich so weit entfernt, wie ich nur sein kann. Was ich an der französischen Filmkultur toll finde, ist die Neugier - auf neue Entwicklungsmöglichkeiten des Kinos.

Welches Kino wünschen Sie sich?

HOCHHÄUSLER: Ich glaube, die meisten Inhalte sind so komplex, dass es geradezu obszön ist, sie so gemäßigt, so gefesselt zu inszenieren, wie wir das in Deutschland gewohnt sind. Das Kino ist ja kein Sklave, der irgendetwas beweisen soll. Ich wünsche mir ein Kino, das in zwei Richtungen frei ist, und insofern auch gefährlich.

Gefährlich in welchem Sinn?

HOCHHÄUSLER: Gefährlich in dem Sinn, dass es den Status quo angreift, und man nervös den Saal verlässt.

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