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Gegen das verstaubte Image angespielt

Von HERIBERT RÖSGEN, 23.05.06, 07:15h

Weiden - Akkordeon und Mundharmonika sind bei Teenies nicht gerade im Kommen. Schade eigentlich, denn Ensembles aus NRW sowie Gäste aus Baden-Württemberg und Kroatien beeindruckten mit einer herrlichen Klangkulisse.

Bild: Rösgen
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Das Orchester Akkordeonklänge Vest aus Recklinghausen
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Das Orchester Akkordeonklänge Vest aus Recklinghausen
Ensembles aus ganz Nordrhein-Westfalen sowie Gäste aus Baden-Württemberg und Kroatien zeigten ihr Können.

Weiden - Rockende Monstermasken gab es ebenso wenig zu sehen wie hüpfende Babydolls oder swingende Cowboyhüte. Das neunte Landesmusikfest Nordrhein-Westfalen hatte mit dem tags zuvor in Athen ausgetragenen Eurovisions-Sängerwettstreit ziemlich wenig gemein. Im Schulzentrum Weiden standen Akkordeon-Orchester im Mittelpunkt. 43 Ensembles aus ganz NRW sowie Gäste aus Baden-Württemberg und Kroatien traten zum musikalischen Wettstreit gegeneinander an. Außerdem kamen 18 Gruppen von Mundharmonika-Spielern zu ihrem Bezirkstreffen.

„So viele waren es wohl noch nie“, vermutete Winfried Haushalter, Vorsitzender des Ersten Kölner Akkordeon-Orchesters, angesichts von mehr als 1000 Musikern. Dabei lockten weder Geld noch lukrative Plattenverträge als Prämie. „Es geht nur um Urkunden und Pokale“, betonte Haushalter.

Von reinen Kinder- und Jugend-Orchestern über Amateur-Ensembles bis hin zu professionellen Musikern reichte die Bandbreite. „Das Akkordeon ist ein eigenständiges Instrument, das man an Musikhochschulen oder Konservatorien genau so als Hauptfach studieren kann wie Klavier oder Violine“, erklärt Matthias Hennecke, Dirigent des Kölner Orchesters. Gleichwohl haftet dem Instrument immer noch das Image von „Schifferklavier“ oder „Quetschebüggel“ an, gegen das die meisten der insgesamt 130 Orchester in Nordrhein-Westfalen beharrlich ankämpfen. „Vom Schneewalzer sind wir sehr weit weg“, beschreibt Hennecke das musikalische Repertoire beim Wettbewerb. Viele Werke zeitgenössischer Komponisten und eigene Stücke der Dirigenten waren zu hören. Der Klang vieler Ensembles erinnerte an Sinfonie-Orchester. Mühelos können etwa die Stimmen von Violine, Tuba oder Oboe von einem Akkordeon nachgeahmt werden. Richtig voll wurde der Klang zudem durch die Begleitung mit Pauken und anderen Schlaginstrumenten.

In vier Schwierigkeits-Kategorien wurde der Wettstreit ausgefochten. Außerdem wurde nach Altersklassen unterschieden. Die Fach-Juroren, zumeist Hochschul-Dozenten, bewerteten unter anderem Sauberkeit des Spiels, aber auch den künstlerischen Ausdruck oder die Umsetzung der Werkanalyse.

Der Gastgeber, das Erste Kölner Akkordeon-Orchester 1935, trat mit seinem Unterhaltungs-Orchester unter Leitung von Heike Zapf und der Jugend-Abteilung „KAOS-Kids“ unter Leitung von Angelica Grohmann an.

 www.erstes-koelner-akkordeon-orchester.de



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